Leserbrief

Museumsserie

Turm der Kirche brannte nach Bombenangriff

Schorschblick im Jahr 1830, BA vom 6. Juli

Am 6. Juli war im Bergsträßer Anzeiger ein ausführlicher Bericht über unsere Stadtkirche am Marktplatz. Soweit ich es beurteilen kann, stimmen alle Angaben bis auf einen kleinen Satz – und zwar: „Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche in weiten Teilen zerstört. Der Turm blieb allerdings verschont.“

Der zweite Satz stimmt nicht. Bei diesem damaligen Fliegerangriff wurden überwiegend Stabbrandbomben abgeworfen, die besonders unsere Innenstadt in Brand setzten.

Ich selbst war damals nach einer militärischen Ausbildung erst wenige Tage wieder daheim und stand an diesem Tag in der Hauptstraße/Ecke Mathildenstraße und Gerbergasse mit dem besten Blick auf die Stadtkirche.

Zu meinem großen Entsetzen ist plötzlich im unteren Drittel des Turms Qualm und Feuer ausgebrochen. Der Turm brannte aus. Augenzeugen haben mir damals berichtet, dass noch brennende Teile des Turms auf das Rathaus fielen.

In dem Gebäude, über dessen Neubau heute vielseitig diskutiert wird, begann ab 1943 meine Verwaltungstätigkeiten bei der Stadt Bensheim. Bei den heutigen Forderungen nach einem Neubau des Hauses am Markt genau im alten Rathaus-Stil denke ich oft, dass dies sicher eine Utopie ist, denn eine exakte Kopie ist heute sicher nicht bezahlbar und für das normale Handwerk sicher auch nicht machbar.

Wenn ich die Neugestaltung des Marktplatzes mir wünschen dürfte, würde ich die „Trennwand“, die den Höhenunterschied zwischen Sankt Georg und Marktplatz abgrenzt, schön mit Dauergrün bepflanzen und den „Schorschblick“ freilassen.

Ein Wunsch, der nach dem Stand der Diskussionen, sicher nicht in Erfüllung geht.

Otto Schambach

Bensheim

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