Leserbrief

Wambolter Hof

Umbau würde den Charakter des Spielplatzes ändern

Ein kleines, verstecktes, verwinkeltes Paradies für die kleinen Erdenbürger unserer Stadt liegt mitten im Zentrum Bensheims am Wambolter Hof. Ein ganz sicherer, gefahrloser Ort am Bach, im Schatten einer prächtigen hohen Platane, gegenüber einem zurzeit geschlossenen Café.

Ideal gelegen im Herzen der Stadt, geschützt von einer Mauer, von Häusern und einem angenehmen elastischen Boden sowie offen durch eine Brücke über die Lauter, mit bequemen Holzbänken zum Zuschauen und Verweilen für Eltern, Großeltern und Begleitern unserer jungen Bürger.

Am Samstag herrschte gegen 17 Uhr Rücksichtnahme und Harmonie beim Beklettern des Spielhauses, beim Besteigen der Wackelfiguren sowie der herrlichen sauberen und glatten Rutsche. Wie begeistert spielte hier bei einbrechender Dunkelheit eine Schaar kleiner und kleinster Kinder harmonisch und gesellig mit-und nebeneinander.

Corona-bedingt harrten noch wenige Geschäfte aus und warteten auf leider ausbleibende Kundschaft. Trostlos leer waren die Straßen der Innenstadt. Auch am Sonntagvormittag schien bei kaltem, aber herrlichen Sonnenschein alles wie in einer Geisterstadt ausgestorben zu sein, aber ganz junge Bürger tobten sich hier mit viel Spaß und Freude aus. Was für ein Leben und Treiben zu diesen Zeitpunkten.

Kinder brauchen Bewegung

Kinder brauchen Bewegung und müssen raus. Unser kleiner Enkel war nur mit Versprechungen zur jeweiligen Heimkehr zu bewegen. So gut gefiel auch ihm die für seine Altersstufe traumhaft geschaffene und gelungene Ecke.

Was will man an dieser Stelle nun denn groß durch hochtrabende Pläne bewirken, obwohl räumliche Erweiterungen eigentlich gar nicht möglich und nötig sind? Eine zusätzliche große und eine kleine Schaukel wären mögliche echte Bereicherungen.

Ein altersgemäßer Umbau für ältere Jahrgänge würde den gesamten Charakter des Kleinkind-Spielplatzes und seine Atmosphäre verändern und beeinträchtigen. Unsere Jüngsten würden natürlich in ihrem ungezwungenen Spiel- und Bewegungsdrang eingeschränkt werden. Etwa den Zugang mit Sicherheiten zum Wasser ermöglichen? Wozu, warum das und für wen denn überhaupt? Für die wenigen Besucher, die dort zusätzlich hinkommen und auch stören könnten?

Gerätschaften und ebenso das Spielhaus sind wohl kaum nagelneu, aber in einem hervorragend tadellosen Zustand. Wozu denn übereifrige und auf den ersten Blick faszinierende und für gewisse Unternehmen auch lukrative und baulich sicherlich interessante Gestaltungsvarianten? Müssen wir hier verschönern und uns profilieren, anstatt bescheiden und zurückhaltend, aber effektiv zu sein?

Nüchtern urteilen

Was haben wir jüngst in Bensheim nicht schon genug mit teuren Abrissen und den genialen preiswerten Neubauvorhaben von gar nicht baufälligen Gebäuden erleben müssen. Unsere Stadtväter sollten sich einmal diesen Blickwinkel vor Augen führen und ihn bei den geplanten Entscheidungen nüchtern und vorurteilsfrei im Auge behalten.

Ist für uns Bürger nicht eine neue Epoche eingeläutet worden? Neue Realitäten und Standpunkte sind geschaffen. Sollten wir nicht auch umdenken und dementsprechend handeln? Umwerfende, kaum zu realisierende Projekte, bringen keine optimalen Erfolge sowie keinen großen Nutzen. Positive Anregungen gab es durch unsere Bürgerversammlungen und unser Bürgernetzwerk genug. Kleine Schritte bringen uns voran.

Claus Dennhardt

Bensheim

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