Leserbrief

Gewaltmonopol

Unerlässlich für das Funktionieren eines Rechtsstaates

„Geschockt über Aussage von Christine Lambrecht“, BA-Leserforum vom Mittwoch, 25. November

Geschockt war ich bei der Lektüre des BA – aber nicht über Frau Lambrecht, sondern über die Leserbriefschreiberin. Es sei ihr ein kurzer Blick in unser Grundgesetz empfohlen. Das Gewaltmonopol gilt in Deutschland als „Staatsgewalt“ nach Artikel 20 Grundgesetz, und es ist unerlässlich für das Funktionieren des Rechtsstaats.

Die Idee des Gewaltmonopols will, dass die Angehörigen des Gemeinwesens darauf verzichten, Gewalt in Form von Selbstjustiz auszuüben. In Deutschland überträgt das Volk seinen Schutz und dessen Durchsetzung auf die staatlichen Judikativ- und Exekutivorgane, also an Gerichte, Polizei und Verwaltung.

In einem demokratischen Rechtsstaat wie Deutschland sind diese an das von der Legislative sanktionierte Recht und Gesetz gebunden.

Beim Blick auf andere Staaten wie China, Russland, Belarus und, ja, auch die abgeräumte DDR – um nur einige Wenige zu nennen – bin ich froh und glücklich, in unserem weitgehend gut funktionierenden Land zu leben; das Gewaltmonopol beruhigt mich dabei ungemein, gerade beim Blick auf manche aus dem Ruder gelaufene Demonstration zum Beispiel der sogenannten „Querdenker“.

Der Begriff des „Gewaltmonopols“ ist übrigens älter als die Bundesrepublik und wird dem berühmten Soziologen Max Weber zugeschrieben, der ihn wohl 1919 erstmals verwendete.

Ulrich Villringer

Lorsch

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