Leserbrief

Einlass mit Dauerkarte

„Unsinniges System“ sorgt für Ärger im Freibad

Am Samstag, 27. Mai, betrat ich mit meiner Dauerkarte das Lorscher Freibad. Schon bei der Ankunft vor dem Einlass fiel mir die immens lange Schlange wartender Badegäste vor dem Kassenfenster auf. Der Grund war wohl der an diesem Tag defekte Selbstzahler-Automat. Ich konnte mit meiner Dauerkarte jedoch problemlos das Bad betreten. So weit die erfreuliche Nachricht für mich. Als ich nach etwa 90 Minuten für eine persönliche Erledigung das Bad vorübergehend verließ, ahnte ich nicht, was bei meinem späteren erneuten Zutritt passieren sollte.

Zwangspause statt Zutritt

45 Minuten nach dem Verlassen des Freibades wollte ich erneut zum Schwimmen, hielt meine Dauerkarte ans Lesegerät – und der Eintritt wurde mir verwehrt. Ich legte meine Karte mehrmals auf – ohne Erfolg. Als ich mich an der Kasse erkundigen wollte, warum ich keinen Zutritt erhielt, musste ich von boshaften Bemerkungen und Beschimpfungen wegen angeblichen Vordrängens alles anhören, was die genervten, weil endlos lange wartenden Bezahlgäste, verständlicherweise mir so zu riefen. Die Erklärung, die ich dann seitens des Personals erhielt, ließ mich staunen. Ich könne meine Dauerkarte nach Verlassen des Bades erst zwei Stunden später wieder einsetzen, um Missbrauch zu verhindern. Ich hatte also eine Dauerkarte, die mir Zwangspausen auferlegt, oder mich dazu zwingt, mich am Ende der Schlange anzustellen, um zumindest dem Missmut der Wartenden zu entgehen. Was ist das für ein System? Was soll das?

Foto verhindert Missbrauch

Ich hatte meine Karte ordnungsgemäß bei der Stadt beantragt, per Überweisung bezahlt, sie dann persönlich an der Schwimmbadkasse abgeholt, wo, wie angekündigt, mein Bild aufgenommen wurde, das angeblich zur Gesichtserkennung bei dem Einsatz der Karte dienen soll. Wenn also mein Gesicht bei Eintritt gescannt wird, wie kann dann Missbrauch entstehen? Und was hat eine Zweistundenfrist damit zu tun?

In Hochsicherheitsbereichen werden die Karten auch beim Verlassen durch einen Scanner gelesen, so dass Zutritt und Verlassen nachvollziehbar sind und jederzeit ein erneuter Zugang möglich ist. Aber erstens existiert ein solches System am Schwimmbad nicht, und zweitens wäre das ja wohl auch ziemlich albern. Aber egal wie, ein mehrmaliger Zutritt – ohne Probleme und Umwege – ist Bestandteil meiner Dauerkarte. Nirgends gab oder gibt es einen Hinweis auf eine Begrenzung des Zutritts, den man nur umständlich aufheben kann.

Mein hinterlegtes Bild in Verbindung mit meiner Karte verhindert jeglichen Missbrauch. Das war ja wohl der Grund, weshalb ich fotografiert wurde. Warum also funktioniert das nicht? Da ich nicht annehme, dass diese Vorgehensweise ein Versehen ist, muss ich davon ausgehen, dass man den Zutritt absichtlich so geregelt hat. Damit ist an heißen Ferientagen ein großes Ärgernis vorprogrammiert. Wenn dann an einem Wochenende auch noch der Zahlautomat ausfällt, werden sich so manche Dauergäste dem Ärger und der Beschimpfung aus der Warteschlange ausgesetzt sehen – oder sich am Ende der Schlange einreihen müssen. Ist das der Sinn von Dauerkarten?

Schon seit dem Bestehen das Schwimmbades sind Dauergäste mehrmals am Tag ins Bad hinein- und herausgegangen. Jetzt müssen sie sich an Wartezeiten halten, weil ein völlig unsinniges System es ihnen vorgibt.

Heidi Schäfer

Einhausen

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