Leserbrief

Stadtentwicklung

Viele Bürger waren vom Neubau überzeugt

Im Jahr 2012/13 haben Helmut Richter, und Helmut Sachwitz gemeinsam mit zwei Stadtverordneten engagiert ein Konzept für die Sanierung des Beauner Platzes (Erster Schritt: Neubau Bürgerhaus) ausgearbeitet.

Am 5. Februar 2013 wählte ein Entscheidungsgremium den besten Plan für den Neubau des Bürgerhauses aus. Dagegen stemmte sich die BI mit dem Slogan „Werte erhalten, unser Bürgerhaus muss bleiben“ – ohne Erfolg. Das erforderliche Quorum von 25 Prozent aller Wahlberechtigten wurde knapp verfehlt.

Mit ein Grund dafür war meiner Meinung, dass eine Informationsschrift der CDU-Fraktion viele Bürger vom erforderlichen Neubau überzeugte. Was unmittelbar darauf folgte, ist mehr als fragwürdig. Als Nicht-Jurist kann ich nicht entscheiden, ob es sich nur um eine bewusste Irreführung der Wahlberechtigten, um eine grobe Täuschung oder um einen schweren, kostspieligen Betrug handelte.

Fazit: Wenn man auf das falsche Pferd setzen musste, dann geschah dies unter Zwang. Aus Gründen der kommunalpolitischen Transparenz muss man erwarten, dass der verantwortliche „Back-Stage-Bürgermeister“ jetzt endlich namentlich genannt wird. Denn: Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid wechselten Helmut Richter sowie die beiden Stadtverordneten sofort die Seite. Seitdem vertreten sie und die CDU-Fraktion die „Sanierung“. Nur Stadtbaurat Helmut Sachwitz blieb bei seiner fachlich fundierten Überzeugung.

In der Diskussion über den Bürgerhaus-Neubau sind zwei Dokumente wichtig und zu beachten:

1. Am 5. Februar 2013 wurden die Ergebnisse des Architekten-Wettbewerbs vom Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. K. Trojan bewertet.

2. Die CDU-Informationsschrift Bensheim aktuell vom Februar/März 2013. Daraus zwei Aussagen:

1. Bensheim braucht ein Bürgerhaus, aber nicht um jeden Preis.

2. Deshalb Nein beim Bürgerentscheid am 10. März.

In einem Leserbrief vom 14. Dezember („Gremien sollten Weihnachtszeit zur Besinnung nutzen“) wird die Auslastung (Besucher/Kosten) des Kirchenraums von Sankt Georg angesprochen. Das Auslastungs-Problem wird wahrscheinlich in 20 bis 30 Jahren zu einem Hauptproblem werden. Meines Erachtens sollte allein schon deshalb verhindert werden, dass das Haus am Markt bereits 2019 plattgemacht wird. Die Kirche Sankt Georg als öffentlicher Raum muss bei der Gesamt-Planung des Marktplatzes bereits jetzt berücksichtigt werden. Eine nachhaltige Planung ist Pflicht, unabhängig von der Wahl des Bürgermeisters 2020.

Anmerkung zum Hoffart-Gelände

In einem weiteren Leserbrief vom 14. Dezember („Kopfschütteln über die Konzeptlosigkeit“) wird die „Fahnenflucht des Stadtbaurats“ hinterfragt und auf seine vielen nicht „erledigten Baustellen“ hingewiesen. Da gibt es aber ein Problem. Zu den vielen Baustellen fehlen uns die Kenntnisse der Projektabläufe, diesbezügliche Aussagen können wir nicht bewerten.

Deshalb hier nur eine Anmerkung zum Hoffart-Gelände: In der Vereinbarung zwischen CDU- und GLB-Fraktion für die Wahlperiode 2001 bis 2006 einigen sich die Herren Rolf Richter und Franz Apfel zur „Nutzung des Hoffart-Geländes“ wie folgt: Sie halten eine Kinonutzung für „denkbar“. In sieben Punkten erläutern sie ihre Visionen. Selbst die Ampelschaltung (Promenadenstraße/B 3) wird am 23. April 2001 bereits geregelt.

Was hat dies mit Herrn Sachwitz zu tun? Da jetzt die beiden Genannten wieder gemeinsam am Bensheimer kommunalpolitischen Ruder sind, schlage ich eine Umbenennung des Geländes vor: Das „Hoffart-Gelände“ soll bis zur endgültigen Lösung des Problems „Platz des kommunalpolitischen Unvermögens“ heißen.

Dieter Markowetz

Bensheim

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