Leserbrief

Straßenbeiträge

Von der Drachenstadt zur Kängurustadt

Heiße Debatte um Beiträge für den Straßenbau, BA vom 13. September:

Zuerst möchte ich mich bei Arthur Marquard für seinen unermüdlichen Einsatz in Bezug zur Abschaffung von Straßenbeiträgen bedanken. Die Veranstaltung am 11. September wurde sehr gut vorbereitet und war sehr informativ.

Durch die zahlreichen Besucher und die teilweise hitzigen Debatten dürfte vielen klar werden: Das Thema Straßenbeiträge ist nicht vom Tisch, es brennt auf den Nägeln, und die Bürger machen sich – nicht nur in finanzieller Hinsicht – Sorgen.

Sicher wäre es sinnvoller gewesen, wenn Bürgermeister Michael Helbig die Einladung angenommen hätte. Durch sein Erscheinen und die Teilnahme an den Diskussionen hätte er Bürgernähe gezeigt und sich ein Bild von den Nöten und Sorgen der – nicht nur Lindenfelser – Bürger machen können.

Es macht auch nachdenklich, wenn die Entscheidung, nach Lindenfels zu ziehen, als Fehler angesehen und bereits wieder über einen Wegzug nachgedacht wird. Das wurde beim Informationsabend mehrmals von zugezogenen Einwohnern erwähnt. Die Hauspreise lassen in Lindenfels allerdings zu wünschen übrig.

Auch eine solche Entwicklung ist sicher den hohen Steuern, Gebühren, der fehlenden Infrastruktur sowie den Straßenbeiträgen geschuldet. Den Lindenfelser Bürgern ist es auch zu verdanken, dass es möglich war, den Rettungsschirm zu verlassen.

Perle ohne Glanz

Kleinere Straßenreparaturen, die die Bürger der Stadt melden, werden oft nicht ausgeführt. Es gibt dafür genug Beweise. Warum auch? Die Instandsetzung muss die Stadt bezahlen, eine komplette Straßensanierung kann auf die Anwohner umgelegt werden.

Die frühere „Perle des Odenwalds“ ist mittlerweile sehr matt und hat den Glanz verloren. Für was werden eigentlich unsere Abgaben genutzt? Ein Info-Punkt an der Burg Lindenfels, der nach Meinung der Befürworter Tausende Touristen anlocken wird? Vielleicht sollte man Lindenfels nicht mehr als Stadt, sondern als Kängurustadt bezeichnen: leerer Beutel und trotzdem große Sprünge. Man sollte in den Gremien der Stadt vieles überdenken und vor allem mehr Bürgernähe zeigen.

Michael Scherrer

Lindenfels

Info: Leserbrief-Richtlinien unter bergstraesser-anzeiger.de/ leserbriefe

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