Leserbrief

Liebfrauenschule

Vorgehen der Kirche ist völlig unverständlich

Zu unserer großen Überraschung erschien am 30. September ein Vertreter des Bistums und informierte die Lehrerschaft, dass das Bistum die Trägerschaft für die Schule aufgeben wolle. Die Schülerinnen und die Elternschaft wurden währenddessen auch informiert.

Für uns als Schulgemeinde ist dieses Vorgehen der Kirche total unverständlich: Wir sind menschlich enttäuscht, verletzt und fühlen uns sogar betrogen, auch weil wir noch keine Antwort bekommen haben, ob wir weiterhin Schulgeld an Mainz zahlen sollen oder nicht.

Weitreichende Konsequenzen

Meiner Meinung als Schulsprecherin hat die Kirche erneut gezeigt, dass sie nicht nach den Werten, die sie vertritt, handelt. Außerdem denke ich auch, dass diese Situation weitreichende Konsequenzen für die Katholische Kirche und das Bistum haben wird, denn wenn es nicht in uns, die Jugend, investiert wird, bedroht das Bistum mit diesem Verhalten seine eigene Zukunft.

Ebenso sind wir, die Schülerinnen, der Meinung, dass die Schule in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben sollte und unverändert weiterleben muss, denn gerade für die Zukunft der Katholischen Kirche und der Stadt Bensheim ist es wichtig, dass die Schule ein fester Bestandteil des öffentlichen und kirchlichen Lebens bleibt.

Auch die ehemaligen Schülerinnen schätzen das Konzept der Kirche sehr. Sie blicken mit Freude zurück und erinnern sich gerne daran, wie ihre Schulzeit sie geprägt hat und zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Das haben sie in den Medien auch immer wieder deutlich zum Ausdruck gebracht.

Diese Konfrontation mit dem Verhalten des Bistums hat aber auch einen positiven Aspekt mit sich gebracht: Unsere Schulgemeinschaft ist so stark, wie ich es nie zuvor erlebt habe und wir werden weiterhin für die Zukunft unsre Schule kämpfen, denn (in den Worten einer Lehrerin) „eine Schule und ihr Geist lässt sich nicht durch ihren Träger definieren, sondern an jedem Einzelnen, der am Schulalltag teilnimmt, sei es ein LehrerIn, ein MitarbeiterIn oder eine Schülerin“.

Wir hoffen auf große Unterstützung und dass sich sobald wie möglich ein neuer, engagierter und kompetenter Träger, auf den wir uns verlassen können, für die Liebfrauenschule finden lässt. Wir bleiben weiterhin optimistisch, sind voller Hoffnung und freuen uns auf die zukünftige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mariana Lufinha de Vasconcelos

Bensheim

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