Leserbrief

Gesundheitsversorgung

Warum muss überzählige Medizin entsorgt werden?

„Das kenne ich nur aus Indien und Bangladesch“, BA vom Mittwoch, 16. September

Dr. Trabert wäre in seiner derzeitigen Situation sicher froh, wenn er auf kostenlose Medikamente zurückgreifen könnte. Man sollte meinen, als deutscher Arzt ist das sicher kein Problem. Denn man weiß ja, dass die Pharmareferenten sich bei den Praxen die Klinke in die Hand geben und massenweise Pröbchen dalassen ...

Dann werden immer wieder Medikamente abgesetzt und neue verschrieben, die nicht anschlagen – und es wird wieder gewechselt. Was passiert mit den Resten? Oder medikamentenintensive Patienten versterben. Was passiert mit den nicht mehr benötigten Medikamenten? Manche Einrichtungen haben mit vielen Menschen zu tun – Krankenhäuser, Altersheime, Pflegedienste und andere. Was passiert mit deren nicht mehr benötigten Medikamenten?

Sie müssen in den Müll geworfen werden und verärgern dort die Kläranlagen und die Müllverarbeitung. Denn es gibt keine sachgerechte, weil kostenintensive Entsorgung (Lobbyarbeit). Der Steuerzahler wird’s schon richten.

Warum ist das so? Ein Ergebnis hervorragender Lobbyarbeit. Warum darf beispielsweise eine Apotheke ein Medikament, das über den Ladentisch gewandert ist, nicht zurücknehmen? Der Kunde muss noch eins kaufen. Die Argumente dafür sind hanebüchen. Ich frage mich, auf welcher Lohnliste die Abgeordneten gestanden haben, als sie diesen Unsinn abgesegnet haben. Die Apotheken nehmen auch sonst keine Medikamente zurück. Vernichten müssen die Kunden es selbst. Wir dürfen überschüssige Medikamente ausschließlich vernichten. Fragen Sie Dr. Trabert, was er damit anfangen könnte. Auch in Deutschland gibt es mittellose Menschen, aber es gibt keine Möglichkeit, überflüssige Medikamente zu übereignen.

Michael Hoppe

Bensheim

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