Leserbrief

Özil und Erdogan

Warum spielen sie nicht für die Türkei?

Die Fußballspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan hatten sich vor der türkischen Präsidentenwahl mit Herrn Erdogan getroffen, um ihm publikumswirksam ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu überreichen. Das wurde in allen deutschen Medien als unglücklicher Fehler bezeichnet und eine Entschuldigung erwartet.

Warum? Die Herren Özil und Gündogan sind erwachsene Menschen und wussten genau, was sie taten, nämlich Werbung machen für ihren Präsidenten Erdogan bei Türken sowohl in Deutschland als auch in der Türkei. Entschuldigen brauchen die beiden sich dafür wirklich nicht, denn Deutschland ist ein freies Land und jeder darf seine politischen Ansichten vertreten, auch Fußballspieler. Die beiden lieben halt die Türkei mehr als Deutschland, das dürfen sie auch.

WM-Nominierung war falsch

Nur hätte dies sofortige Konsequenzen haben müssen. Herr Löw hätte die beiden Spieler nicht mit der Nationalelf zur WM nach Russland mitnehmen sollen. Das Gezerre hat nicht nur an den Nerven der beiden Deutsch-Türken gezehrt, sondern auch an den restlichen Spielern der deutschen Nationalelf. Das Ergebnis kennen wir.

Gerne wird dann argumentiert, insbesondere Herr Özil hätte schon oft erfolgreich für Deutschland Fußball gespielt. Wieso eigentlich für Deutschland? – doch wohl nur für den DFB. Selbst das ist nicht richtig, die Spieler spielen nur für sich selbst in der Nationalmannschaft, um ihren Marktwert zu erhöhen, um mehr Geld von Sponsoren oder bei einem Clubwechsel von einem anderen europäischen Verein zu bekommen.

Die Herren Özil und Gündogan sollten in der türkischen Nationalmannschaft Fußball spielen, da sie sich offensichtlich mehr als Türken denn als Deutsche fühlen. Ein sicheres Zeichen ist, dass die beiden Herren sich weigern, die deutsche Nationalhymne mitzusingen.

Warum spielen sie nicht in der türkischen Nationalelf? Dort fällt es halt schwerer, seinen Marktwert zu erhöhen, weil man international nicht so sehr beachtet wird, wie im restlichen europäischen (Spitzen-) Fußball.

Sorge um das liebe Geld

Wie man dem BA entnehmen kann, ist Herr Özil nun wütend und unterstellt deutschen Fans und deutschen Medien rechte Propaganda. Warum erst jetzt? Nun, einige Sponsoren haben sich von ihm abgewendet und er verliert dadurch viel Geld durch Werbeaktionen. Jetzt wacht er auf und trauert um das schöne Geld und alle anderen sind schuld daran. Gut, dass er jetzt seinen wahren Charakter zeigt. Gut, dass er dem DFB endlich den Rücken gekehrt hat.

Herr Özil kann als Türke selbstverständlich stolz auf die Türkei sein. Die Frage ist aber, ob die Türkei stolz auf Herrn Özil sein kann.

Wolfgang Hechler

Lautertal

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