Leserbrief

Marktplatz

Was ist unseriös an einer größeren Bürgerbeteiligung?

Bensheim bietet alles: Wir brauchen keinen Berliner Flughafen, wir haben das Bürgerhaus! Die Renovierungskosten explodieren in Richtung 13,8 Millionen – egal, ist ja nicht unser Geld.

Wir haben den Marktplatz! Um Ideen zur Neugestaltung zu kreieren, gab es eine Initiative des Bürgernetzwerkes im Rahmen eines sehr gut organisierten Bürgerforums, an dem sich inklusive der Internetumfrage weniger als zwei Prozent der Bürger beteiligt haben.

Ergebnis: In der Stadtverordnetenversammlung wird ein Auftrag für einen Architektenwettbewerb beschlossen, der möglicherweise nicht dem Willen vieler Bürger entspricht: eingeschossig, Gastronomie. Der Antrag der FWG und anderen meinungsflexiblen Gruppierungen, den Gestaltungsauftrag für den Wettbewerb offener zu formulieren, wurde in der Stadtverordnetenversammlung seitens der Reißleine geprägten Mehrheit abgelehnt. Trotz der allgemeinen Politikverdrossenheit gründet sich eine Bürgerinitiative, die für einen Bürgerentscheid wirbt. „Sind sie für die Durchführung eines städtebaulichen Ideen-Wettbewerbs?“, ist die Frage, die seit Samstag an die Bürger gestellt wird.

Keine Antwort erhalten

Die Bürgerinitiative hatte am Freitag zu einem Infoabend in der Nibelungenquelle eingeladen, wo auch intensiv und konstruktiv diskutiert wurde. Da war die Pressemitteilung des Bürgernetzwerks („Unseriös und nicht zielführend“, BA vom 7. März) bereits formuliert.

Das finde ich mittelgut. Ich höre mir andere Meinungen zuerst gerne an, lasse andere Menschen aussprechen, um mir dann meine eigene Meinung zu bilden. Was ist unseriös, wenn man eine umfangreichere Bürgerbeteiligung anstrebt? Vielleicht wollen viele Bürger nicht, dass weitere Millionen versenkt werden. Der umstrittene Abriss des Hauses am Markt hat einiges gekostet.

Der offene Brief der FWG an die MEGB wegen möglicher Regressansprüche seitens Café Extrablatt für den Fall, dass es am Markt keine geeignete Bebauung gibt, wurde bis jetzt nicht beantwortet. Warum?

Zum Glück gibt es noch Bürger, die wissen wollen, was mit ihren Steuern passiert und wie die Verantwortlichen damit umgehen und ob sie für diese Aufgaben geeignet sind. Bürgerbeteiligung ist gelebte Demokratie und gut.

Juergen Beck

Bensheim

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