Leserbrief

Lauter

Wasserzugang und Illumination muss man ablehnen

Ich habe als Kind meine ersten Erfahrungen mit strömendem Wasser am, im und, im Winter, auf dem Bach gesammelt. Ich bedauere deshalb all die Kinder und Erwachsene, die dieses Vergnügen nicht hatten, zum natürlichen Bachlauf, der gleichzeitig auch das Hochwasser aufnehmen musste und auf der linken Bachseite durch eine fast drei Meter hohe Betonwand begrenzt wurde.

Fluchtweg bachabwärts

Uns Kinder war aber bewusst, dass, wenn die Hochwasserentlastung des Mühlbaches ansprach, dieser Rückweg versperrt war. Der „Fluchtwege“ betrug dann 500 Meter bachabwärts, bis zur nächsten „Gartenböschung“, und dann über den Zaun. Für körperlich größere und kräftigere Jungs gab es noch einen Kletterweg, mit Tritteisen, die drei Meter hohe Betonmauer hoch.

Schon aus den, in meiner Kindheit gewonnenen Erfahrungen, muss ich den vom Bürgernetzwerk und diversen anderen Personen geforderten „Wasserspielplatz“ an und in der Lauter am Wambolter Hof als Spielplatz ablehnen. Der dort vorhandene Spielplatz mit dem weichen Boden ist ein Kleinkind-Spielplatz.

Ein „Todesspielplatz“

Wird nun der Zugang zur Lauter geöffnet, selbst nur die ja vorhandene, aber wohlweislich verschlossene Tür, wird es ein „Todesspielplatz“ – und dies nicht nur für Kleinkinder. Kommt noch die Lauterbeleuchtung hinzu, wird es auch für Jugendliche, nach einem entsprechenden Alkoholgenuss, durchaus lebensgefährlich, denn der Eingang zur Verdolung der Lauter liegt im unmittelbaren Bereich des Spielplatzes.

Die Erfahrungen als Kind zwischen meinem fünften und zehnten Lebensjahr reichen aus, um das Projekt einschließlich „Illumination“ der Lauter abzulehnen. Was das Gutachten des TÜV-Mitarbeiters betrifft, der Abschlusssatz entlarvt für mich alles.

Nicht der Gutachter, die Bensheimer Stadtverordneten oder die angebliche Bürgerinteressengemeinschaft sind die Schuldigen bei einem tödlichen Unfall, sondern ausschließlich die mit der Betreuung beauftragten – sprich Eltern, Großeltern oder gar minderjährigen Geschwister. Was soll man dazu noch sagen.

Selbst mit meinen Urenkel werde ich diesen zurzeit noch vorhandenen Kleinkind-Spielplatz meiden, wenn die Öffnung zur Lauter erfolgt. Aber spätesten nach dem ersten Unfall wird der Zugang wieder geschlossen. Natürlich auf Kosten der Steuerzahler!

Hermann Bausch

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

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