Leserbrief

Naturschutz

Wegesränder bieten wieder Nahrung für Schmetterlinge

Seit Jahren bemühe ich mich, Aufmerksamkeit für unsere Insekten zu wecken, schreibe Leserbriefe, wende mich an Forstverwaltung, Naturschutzorganisationen und Umweltbeauftragte, um das verfrühte Abmähen von Wegesrändern zu verhindern. Ich bilde mir nicht ein, etwas bewegt zu haben. Aber in letzter Zeit ist in den Medien ein Wandel im Verhältnis zur Natur zu bemerken, weil das Insektensterben große Ausmaße angenommen hat.

Erst Ende Oktober mähen

Wenn man in Auerbach über die Ernst-Ludwig-Promenade Richtung Melibokus fährt oder auf den umliegenden Waldwegen spazieren geht, stellt man fest, dass in diesem Jahr die Randstreifen bisher nicht oder nicht völlig abgemäht wurden. Es stehen dort also noch Stauden, Kräuter, Brennnesseln und Schmetterlingspflanzen wie der Wasserdost, Hauptnahrung der Schmetterlinge im Spätsommer und Herbst.

Wäre, wie in den vergangenen Jahren, alles, was die Wege säumt, abgemäht worden, würden diese Schmetterlinge nicht mehr fliegen, es gäbe auch keinen Nachwuchs. Es reicht, erst Ende Oktober zu mähen, wenn es sein muss. Sollte der Verzicht auf das Mähen auf einem Umdenken zugunsten der Insekten und der Natur beruhen, so ist das ein Erfolg, der uns allen zugutekommt.

Auf meinem Bild hat der „Russische Bär“ – ein Schmetterling aus der Unterfamilie der Bärenspinner – gerade auf einer Dolde Platz genommen. Übrigens ist der „Russische Bär“ sehr populär: Auf Kreta in Griechenland ziert sein überdimensionales Abbild den Eingang zum „Tal der Schmetterlinge“.

Rainer Bönisch

Bensheim

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