Leserbrief

Spielplatz an der Lauter

Wie junge Mütter, die ihre Kinder heftig schütteln

„Auf Trittsteinen durch die Lauter“, BA vom 15. September

Die Wipptiere seien von den Kindern gut angenommen worden, wurde eingangs mit Genugtuung konstatiert. Ja, was sollen die Kleinen denn angesichts des dürftigen Angebots auf diesem Versammlungsplatz sonst tun. Die Attraktion ist das Café, nicht der Spielplatz!

Diese Wackelspiralen erinnern mich an junge Mütter, die ihre Babys kurz und heftig schütteln, um sie zu beruhigen. Die kurzen Schwingungen dieser Geräte können bei den Kindern höchstens Rammdösigkeit produzieren, aber nie Befriedigung und Freude über ein gelungenes Spiel.

Wenn man den Fußgängern zwei Meter gepflasterten Weg zum Café hin nimmt, kann locker südlich zur Lauter hin eine Doppelschaukel (Raumbedarf etwa fünf auf fünf Meter) aufgestellt werden, damit auch die Kleinsten sanft bewegt werden können.

Es gibt durchaus auch andere gute Lösungen für solche luftigen Bewegungsspiele: Im Zoo haben Fachleute breite Schaukel-Bänder (Prinzip Hängematte) horizontal für junge Menschenaffen gespannt; das sollte auch für Menschenkinder anwendbar sein.

Ein imaginärer Bach soll zum Spielen anregen? Man hat nichts gegen Wasser; aber das herbeizuschaffen erfordere eine 80 Meter lange Leitung. Warum pumpt man es nicht von der Lauter herauf? Muss man die Trittsteine über die Lauter genau planen und herstellen? Als ob alle Kinder gleich lange Beinchen haben. Ist etwa das Felsenmeer nach den gleichen Anforderungen gebaut worden?

Mit dem Konzept einer Neugestaltung des Spielplatzes mit Kletterkombination, Trampolin, Balancierstämmen und Schaukel könnte ich mich anfreunden, wenn sie die Wipptiere nachhaltig vertreiben.

Jochen Henke

Bensheim

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