Leserbrief

Klimakatastrophe

Wissenschaftlich fundiert: Zwei Grad mehr sind kritisch

„Klimakatastrophe: Wo sind die MINT-Lehrer?“, BA-Leserforum vom Samstag, 12. Oktober

Mit dem Autor des Leserbriefes ich der Meinung, dass der Klimawandel „bei einem Weiter-So“ viele menschliche Lebensräume zerstört, so dass der „gesunde Menschenverstand“ (= moralische Vernunft) uns zum Verzichten zwingt (zum Beispiel auf bequemes Autofahren und preiswertes Fleisch-Essen).

Falsch ist die Aussage des Autors, dass die „kritischen zwei Grad der globalen Klimaerwärmung“ wissenschaftlich nicht fundiert sind, sondern „politisch gegriffen“. Denn der IPPC (Uno-Ausschuss für Klimaänderungen) ist kein politischer Ausschuss, sondern ein wissenschaftlicher Ausschuss, der die Politiker der Mitglieds-Staaten über den Wissensschafsstand der Klimaforschung informieren will, damit diese wissenschaftsbasierte Politik-Entscheidungen treffen können.

Zutreffend ist die Aussage des Leserbriefschreibers (zitierend das IPPC), dass das Klima ein „chaotisches System“ ist. (Wie die meisten Systeme auch, zum Beispiel das Wetter.) Den Grund hierfür nenne ich: Selbst kleine Veränderungen in den vielen Ausgangsbedingungen führen zu anderen Ergebnissen.

Die Folge: Man kann keine genauen Vorhersagen machen wie zum Beispiel: An der Bergstraße wird es im Hochsommer an zwei Drittel der Tage über 41 Grad, wenn die CO2-Steigerung weiter leicht wächst.

Aber sehr wohl kann man allgemeine Aussagen machen wie zum Beispiel: Wenn sich das minimal erhöhte Kohlendioxid der Luft (seit der Industrialisierung von 0,02 Prozent auf 0,04 Prozent = eine Steigerung um 44 Prozent) weiter minimal erhöht, führt das zu größeren Trockengebieten in Südeuropa, in Nordeuropa zu noch zerstörerischen Stürmen und Hochwassern, wir müssen die Dämme an den Küsten erhöhen oder Landstriche werden untergehen, viele Menschen sterben deshalb und viele werden Klimaflüchtlinge.

Falsch ist wohl auch die Aussage des Autors, dass eine Temperaturerhöhung immer die Ursache für CO2-Steigerung ist. Denn seit Beginn der Messungen vor 140 Jahren traten 16 der wärmsten Jahre weltweit (bis 2018) ab dem Jahr 2000 auf (mit den in Deutschland 2019 höchsten gemessenen Temperaturtagen). Und diese schnellen Temperatursteigerungen können nur mit dem jährlichen weltweiten CO2-Anstieg als Ursache erklärt werden, der bislang zur Hälfte in der Luft verbleibt, zu einem Drittel vom Ozean aufgenommen wird und zu einem Sechstel von Landpflanzen (zum Beispiel als Dünger). So die vielfach bestätigte Theorie (= auf Sätze gebrachte Beobachtungen) der meisten Klimaforscher.

Bislang konnte noch nichts Entscheidendes gegen diese politik-leitende Theorie gesagt werden. Aber stichhaltige Einwände vergrößern unsere Unsinns-Annahmen. Deshalb: Mut und Kraft beim Einwenden gegen meine Aussagen, denn als Nicht-Fachmann (wie ich) muss man dazu viele Webseiten lesen und zum Falschverstehen und zu Irrtümern bereit sein.

Stefan Link

Lorsch

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel