Leserbrief

Mutige Bürger

Wo bleiben die Demos und Sitzblockaden?

Lassen uns nicht verunglimpfen“, BA vom 8. Oktober

Danke für den Einwurf des Initiators der „Vereinigung der mutigen Bürger“ in oben genanntem Artikel, in dem der Vereinigung nicht akzeptable Umgangsformen sowie „jegliche Form des anständigen Umgangs“ abgesprochen werden.

Wenn beschlossen wird, eine schmutzige Brecheranlage in der Riedwiese genehmigen zu wollen, gegen den Willen der dortigen Anwohner, dann ist das Willkür und Menschenverachtung?

Willkür und Steuerverschwendung

Wenn an der Wormser Straße das neue Einkaufszentrum geplant wurde, das die Anwohner durch die Abgase regelmäßiger Autoschlangen vergiftet, dann ist das Willkür und Menschenverachtung? Wenn am Markt ohne Notwendigkeit das Haus am Markt abgerissen werden soll und es fast keinen Bensheimer Bürger gibt, der für den Abriss des Gebäudes sei, dann ist das Willkür und Menschenverachtung? Wenn Steuergelder für viele Millionen sinnlos auf diese Art verschwendet werden, dann ist das Willkür und Steuerverschwendung!

Endlich einmischen

Wenn einige Bürger sich erdreisten, Leserbriefe zu schreiben und sich zaghaft in einer Bürgerinitiative formieren, dann ist das keine Willkür und Menschenverachtung. Das ist schlichtweg nur der verzweifelte und mutige Versuch einiger weniger noch realistisch denkender Bürger, sich endlich einzumischen.

Dann stellt sich allerdings die Frage: Wo bleiben all die Massen, die dieses Handeln ihrer gewählten Volksvertreter ablehnen, sich wehren, nicht gutheißen und es endlich unterbinden? Wo sind die Demos und Sitzblockaden? Wo zeigt sich endlich der Mut, die offene und konstruktive Wut der Bürger, sich aktiv einzumischen?

Haus am Markt wird abgerissen

Aber das Haus am Markt wird abgerissen. Ganz bestimmt. Die Brecheranlage wird auch genehmigt. Woanders. Zum Ärger anderer Bürger. Und Verbrauchermärkte werden gebaut. Doch ganz zum Wohle der Verbraucher.

Nach meinen Erfahrungen geschieht leider zu wenig oder sogar nichts. Die Politiker machen, was sie wollen, weil sie es nach Mehrheitsbeschluss dürfen –die vom Volk gewählten Vertreter. Und das Volk schaut zu. Einspruch!

Klaus Straub

Einhausen

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