Leserbrief

Mesut Özil

Zu viel Aufhebens um einen Rücktritt

Zur Berichterstattung „Ist es, weil ich Muslim bin?“ (BA vom 24.7.).

Ich kann nur verwundert den Kopf darüber schütteln, wie das freiwillige Ausscheiden eines Legionärs aus dem Wirtschaftszweig der Fußballindustrie so emotional hochgespielt werden kann.

Da hat eine Wettgemeinschaft hoch bezahlte Söldner unter deutscher Flagge gegen andere Legionäre anderer Wettgemeinschaften aus anderen Staaten unter anderen Flaggen gekickt und sich „verzockt“. Die unter den deutschen Nationalfarben Spielenden waren nicht schlecht, sondern andere waren eben wieder mal besser. Es war schon immer so, dass der/die /das Teuerste nicht zwangsläufig auch das Beste ist.

Wenn nun ein Mitspieler aus dem deutschen Kader ausscheidet, mag es zwar eine finanzielle Folgewirkung nach sich ziehen, aber zunächst hat ein Mensch das Handtuch geschmissen; egal, welcher Nationalität und welcher Religion, welchem Ehestand und welchem akademischen Grad er angehört. Ob der Söldner einfach genug hat oder enttäuscht ist oder andere Gründe für sein Ausscheiden hat, muss er selbst wissen. Das ist – kommentarlos – zu akzeptieren, ein Nachfolger wird sich finden.

Schuldzuweisungen sind völlig fehl am Platz; eine Wette wurde verloren, kein einziger Spieler hat versagt. Die Fanartikel Industrie kann neue Staubfänger produzieren und Ressourcen und Energie verschwenden.

Arno E. Meyer

Heppenheim

Im Leserbrief von Wolfgang Hechler in unserer Mittwoch-Ausgabe hatten wir bedauerlicherweise einen inhaltlichen Fehler übersehen: Mesut Özil hat dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft überreicht, sondern eines seines Vereins FC Arsenal. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

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