Leserbrief

Bürgermeisterwahl

Zur Wahl kann man auch in Krisenzeiten gehen

Als hätten Bensheimer B Bürger zur Wahl des Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin eine Ausgangssperre erhalten. So kann ich mir nur die geringe Wahlbeteiligung erklären. Das Ergebnis in seiner Gesamtheit war nun keine Überraschung, aber es ist ein trauriges Zeichen für ein freies selbst bestimmendes Volk in einer intakten Demokratie, zumal die Auswahl groß und die Qual der Wahl durch immerhin vier Kandidaten und eine Kandidatin erleichtert wurde.

Woanders gehen Menschen auf die Straße und erkämpfen sich unter Einsatz ihres Lebens ihre Freiheit, werden dabei verprügelt und sogar eingesperrt. In unserer zufriedenen und satten Gesellschaft wissen viele nicht mehr zu schätzen, was es bedeutet, seine Meinung kundzutun. Offensichtlich ist das Interesse vieler Bensheimer Bürger an ihrer Stadt nicht so groß, wie doch einige zu glauben vermögen. Sie sind entweder desillusioniert, mit allem einverstanden oder einfach nur bequem. Die anderen werden es schon richten.

Wenn sich rund 47 Prozent zur Wahl eines Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin aus ihrer sonntäglichen Ruhezone erheben und bei miesem Wetter zur Urne gehen, ist das lobenswert.

Aber was ist mit den anderen 53 Prozent? Ist denen das egal oder nicht bewusst, die Chance zu erhalten mitzubestimmen und Verantwortung als Bürger dieser Stadt zu übernehmen?

Und nebenbei bemerkt: Corona kann nichts dafür. Entscheidungen können auch in Krisen-Situationen umgesetzt und gelebt werden.

Klaus Straub

Einhausen

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