Lindenfels

Heinrich-Böll-Schule Alexander Hauptmann wurde am Donnerstag endlich auch in einem würdigen Rahmen als Schulleiter begrüßt

Amtseinführung zwei Jahre nach Dienstbeginn

Archivartikel

Fürth.Einen (ganz) neuen Job hat er nicht, einen neuen (Spitz-)Namen aber vielleicht schon: Alexander Hauptmann ist bereits seit zwei Jahren Leiter der Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Fürth. Dies machte seine offizielle Amtseinführung am Donnerstag zu einem eher ungewöhnlichen Termin. Aber weil es der 52-Jährige gegenüber seinem Kollegen Bernd Brieskorn von der Birkenauer Langenbergschule als „total knorke“ bezeichnet hatte, nun doch noch eine solche Feier zu bekommen, verlieh ihm dieser die Bezeichnung „Knorkator“ – in Anlehnung an eine Berliner Rockband.

Neuer Spitzname: „Knorkator“

„Das ist doch ein tolles Synonym für einen Schulleiter“, sagte Brieskorn. Und in der Tat scheint alles „knorke“ (klasse, ausgezeichnet) zu sein, mit Alexander Hauptmann und der Heinrich-Böll-Schule. Der „liebenswürdige Laden HBS“ – wie es die Schulsprecher Lisa Fierek und Finn Hopp ausdrückten – hat einen kompetenten Leiter, der mit einem engagierten Kollegium, und dem entsprechenden Umfeld, die einzige Integrierte Gesamtschule des Kreises konsequent zukunftsfähig gestaltet. Dies klang an vielen Stellen durch.

Und so richtete sich der Blick auch nach vorne und wurde die unschöne Vorgeschichte weitestgehend ausgeblendet. Immerhin gab es vor der Einsetzung Hauptmanns eine rund siebenjährige Vakanz in der Schulleiterposition – begleitet von jeder Menge Irritationen, Gerichtsverhandlungen und Protesten. „Vielleicht hat man ja so lange mit dieser Feier gewartet, weil es zuvor keiner geschafft hat, zwei Jahre hierzubleiben“, ging Hauptmann mehr im Scherz auf diese turbulente Phase mit mehreren kommissarisch oder vorschnell eingesetzten Schulleitern ein.

Neuer Anbau kommt bald

Das Kollegium der HBS hat in dieser langen, schwierigen Zeit „großartiges geleistet“, daran erinnerte der stellvertretende Schulleiter Boris Oberle. Es hat jetzt einen „Kapitän“ mit, wie Schulamtsdirektor Markus Proksch sagte, „großen analytischen Fähigkeiten, insbesondere in Bezug auf die Personal- und Schulentwicklung.“

Dies zeigt Wirkung, wie am Donnerstag ebenfalls bekanntwurde: Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz bestätigte im Namen des Schulträgers, dass bald ein Anbau mit neuen Klassenräumen entstehen wird. Eine detaillierte Studie zur angespannten Raumsituation an der HBS hatte Hauptmann gleich zu Beginn seiner Amtszeit erstellen lassen. „Dabei haben Sie transparent agiert und damit bei den entscheidenden Stellen die Bereitschaft für diese Erweiterung geschaffen“, so Fürths Bürgermeister Volker Oehlenschläger.

Elf neue Klassenräume werden entstehen, berichtete Hauptmann, der sich nicht nur darüber freut. Auch die Zusage des Hessischen Kultusministeriums, dass die HBS eigene Sozialpädagogen einstellen darf, durfte er als Neuigkeit verkünden. Zudem will die Schule ihr Ganztagsangebot „neu aufstellen“ und hat den Antrag gestellt, in das so genannte „Profil 2“ zu wechseln, was freiwillige Zusatzangebote an fünf Schultagen pro Woche bis 16 oder 17 Uhr bedeuten würde.

Aktuell 800 Schüler

„Ich bin nicht als Retter gekommen, hier war vieles schon im Gang“, würdigte auch Hauptmann das Engagement und die Bereitschaft des Kollegiums, diese Entwicklung zu gestalten. Die Zahlen sprechen dafür, dass dies auch von Eltern (an-)erkannt wird. Rund 800 Schüler hat die HBS aktuell, das „Rieseneinzugsgebiet“ (Hauptmann) erstreckt sich von Reichelsheim bis nach Lorsch. Der HBS-Leiter kündigte an, dass im Schuljahr 2018/19 sechs neue fünfte Klassen gebildet werden können.

„Die HBS ist gewappnet – auch für die großen Herausforderungen wie Integration und Inklusion“, stellte Schulamtsdirektor Proksch zufrieden fest. Aufgaben, die „Fachwissen, Führungsstärke und Idealismus erfordern“, wie Diana Stolz anmerkte. Eigenschaften, welche die Erste Kreisbeigeordnete Alexander Hauptmann zuschreibt. Basierend auf dem modernen Humanismus des Namensgebers habe es sich die HBS zur Aufgabe gemacht, „die Schüler dorthin zu bringen, wo sie im Leben bestehen können“, sagte Personalratsvorsitzender Dr. Thorsten Hunsicker und merkte an, mit Hauptmann den passenden Leiter dafür gefunden zu haben.

Die konsequente Einbindung der Eltern in die schulischen Entwicklungsprozesse durch Hauptmann würdigte Elternbeiratsvorsitzende Iren Raab. Die Schulsprecher Lias Fierek und Finn Hopp betonten, der neue Schulleiter nehme die Schüler ernst und begegne ihnen auf Augenhöhe. arn/ü

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