Lindenfels

Rotenbergweg Ausschuss befürwortet Satzungsänderung

Anwohner dürfen in die Höhe bauen

Lindenfels.Im Südosten der Lindenfelser Kernstadt könnte neuer Wohnraum entstehen – allerdings nicht in Neubauten, sondern über die Erweiterung von bestehenden Gebäuden. Der Bauausschuss hat einer Änderung des Bebauungsplans „Rothenberg“ zugestimmt, nach der die Höhe der dortigen Häuser bis maximal 1,95 Meter über die jetzigen Dachfirste angehoben werden darf. Am heutigen Donnerstag wird die Stadtverordnetenversammlung abschließend darüber befinden.

Ausgangspunkt ist das Vorhaben eines Anwohners im Rotenbergweg, sein Haus höher zu bauen. In einer Sitzung Anfang Februar hatte der Bauausschuss einer möglichen Erhöhung um 1,25 Meter zugestimmt. Dies sei aber zu wenig, um das Bauvorhaben sinnvoll umzusetzen, hatte der Architekt moniert. Die 1,95 Meter seien das Minimum, sagte er. So berieten die Stadtverordneten erneut über das Thema – allerdings erst, nach dem sie das Gebiet in einer Ortsbegehung in Augenschein genommen hatten.

Über 20 Gebäude betroffen

Der Rotenbergweg liegt an einem Hang, von den Häusern aus bietet sich ein weiträumiger Blick über das Tal. Die Befürchtung vieler Stadtverordneter war, dass eine Erhöhung von Dachfirsten die Sicht aus den Häusern dahinter einschränkt. Andere sahen den Ensemble-Charakter an der Straße bedroht. „Bei unserer Entscheidung müssen wir bedenken, dass es nicht nur um dieses eine Bauvorhaben geht, sondern um über 20 Gebäude“, betonte Stadtverordnetenvorsteher Stefan Ringer.

Letztlich zerstreuten die Eindrücke aus der Ortsbegehung den Großteil der Bedenken. Ohnehin sei die Grundlage aus dem geltenden Bebauungsplan nicht mehr gegeben, da ein Teil der Sicht mittlerweile durch die herangerückte Baumgrenze verdeckt wird, sagte Heiko Grieser (SPD). Der Blick werde daher auch durch die Erhöhung auf 1,95 Meter nicht viel weiter eingeschränkt, lautete der Tenor. Inge Morckel (FDP) erinnerte außerdem daran, dass es das Baugesetz vorsieht, zusätzlichen Wohnraum vorrangig über die Erweiterung des Bestands zu ermöglichen.

Beschwerden gegen die Erweiterung seien bisher nicht eingegangen, teilte zudem Andreas Keil vom Bauamt mit. Letztlich entschied der Bauausschuss bei einer Gegenstimme, der Stadtverordnetenversammlung die Zustimmung zu der Änderung zu empfehlen.

Um weiteren Wohnraum ging es bei einer Präsentation des Landesunternehmens Bauland-Offensive Hessen. Es erstellt für Städte und Gemeinden Bauland-Gutachten, die Kosten dafür trägt der Kreis Bergstraße.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie hatten die Planer ein Gebiet in der Verlängerung der Ludwig-Schüssler-Straße in Kolmbach. Zwar eigne sich das Gebiet für Wohnraum. Für die Stadt sei es aber nicht rentabel, dabei selbst als Projektentwickler aufzutreten, lautete das Fazit der Vertreter des Unternehmens.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel