Lindenfels

Kerweredd Katja und Jörn Trunk haben lustige Geschichte aus dem Ort gesammelt

Auch der Mundschenk trat ins Fettnäpfchen

Archivartikel

Seidenbuch.Lampenfieber gehört bei öffentlichen Auftritten oft dazu. Eine Kerweredd in Odenwälder Mundart vorzutragen ist keine leichte Aufgabe. Die Kerweparrerin von Seidenbuch, Katja Trunk, gehört zu den Menschen, die allen Mut aufbringen und es dann doch schaffen, die Zuhörer zu begeistern. Doch ihr Mann Jörn Trunk, der als Mundschenk neben ihr stand, musste zur Begrüßung bei der Kerweredd aus den Nähkästchen plaudern. „Moi Fraa, ich muss es aich saache, die hotte Panik in de Aache“. Die Ängste vor der Redd waren so groß, das sie fliehen wollte. „Um des zu vermeide hot se donn oaner gsoffe – viellaichd a zwo“. Jedenfalls war sie jetzt fit und schlug das Kerwebuch auf.

Neuer Beamer bringt Probleme

Eine Geschichte handelte vom Kauf eines Beamers und beginnt mit dem Hinweis: „Ah wann mer do uffem Lond sinn, sinn mer net von geschden“. Also wird das Gerät gekauft und der Seidenbucher denkt: „Sou e Ding konn jeder ouschließe“. Der Ton ist auch schon zu hören. Nur am Bild fehlt es. Nach einigem hin und her „werd beschlosse – en Servicetechnigge muss kumme“. Und der hat dann schnell des Rätsels Lösung: Wenn der Deckel noch auf dem Objektiv sitzt kann auch kein Bild an die Wand geworfen werden.

Der Sportplatz wird leider auch für Treffen anderer Art genutzt. „Unnsen Sportplatz is en beliebte Punkt, do werd gelacht, gesoffe un olles kaputt gemocht“. Die Übeltäter sind schnell ausgemacht und werden zur Rede gestellt. „Außedem, wer dät donn souwas schaffe? Bestimmt eijendwelche Fremme“, sagen sie. Dabei reden sie sich um Kopf und Kragen, wissen Katja und Jörn Trunk, denn „sie vergesse, was em Betrachder glai in die Aache blitzt: Sie häwwe ehr Noame oigeritzt“.

Mit dem Fazit: „Un die Moral vun der Geschicht, verwende Sommerpavillons im Winter nicht“, endete eine weitere Geschichte in der Kerweredd. Ein Gastwirt in Seidenbuch will seinen Gästen, die im Haus nicht rauchen dürfen, eine Überdachung aufstellen. „Mer vun do mer wisse längschd schunn all: Im Winter sinn mer Opfer vum Schneeifall.“ Doch bei einem solchen Schneeunwetter kam die Zeltplane an ihre Grenze und stürzte zusammen.

Nachbarschaftshilfe wird in Seidenbuch großgeschrieben und so halfen viele beim Dachabdecken. Eine kleine Pause muss denn aber doch sein: „Händy un Kaffee in de Händ, hiegehockt werd sich net, des könnt ja bled aussäi“. Der Helfer lehnt sich aber an die Regentonne. „Äwwe üf emo duts rumple, im Schritt werd gons faichd, weil die Räjetonn fer em soi Gewicht net raichd“. Der Helfer bekommt etwas ab, aber weder dem Kaffee noch dem Handy ist ein Leid geschehen.

Zum Ende der Kerweredd wurde auch aus dem Nähkästchen der Familie Trunk geplaudert. Und es gab die Revanche vom Beginn der Redd. Jörn Trunk hatte sich ausgesperrt, und wollte nun die neue Klingel der Schwiegermutter testen. Das Problem ist nur, dass die Schelle nun wie das Telefon klingelt und nicht mehr unterschieden werden kann. „Die Schwiejermutter kapierts net un moacht ah net uff“. So war Geduld gefragt, bis er wieder ins Haus konnte. jhs

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