Lindenfels

Konzert Michels-Chor und Jugendchor bieten am 21. September Werke von Charpentier und Mendelssohn-Bartholdy

Beschwingtes Gotteslob in Reichelsheim

Reichelsheim.Die Wucht zweier Chöre dringt durch die dicken Mauern in den Hof der Burg Breuberg. Zur gemeinsamen Probe vor dem großen Auftritt haben sich Michels-Chor und Jugendchor Reichelsheim auf die Burg zurückgezogen. „Es ist anspruchsvoll“, sagt Jan-Benedikt Baumgärtner. „Weil es eine andere Art von Musik ist“, ergänzt Alexander Köhler.

Beide singen im Jugendchor Tenor. Die Musik ist ungewohnt, schwierig sind vor allem die Tonhöhen, die es zu erklimmen gilt. Doch die Herausforderung gefällt ihnen. „Man lernt richtig viel“, sagen die beiden Chorsänger.

Mit Pauken und Trompeten à la Marseillaise wird das gemeinsame Konzert von Michels-Chor und Jugendchor Reichelsheim eröffnet. Die einleitende Fanfare, die einem Millionenpublikum als Erkennungsmelodie von Eurovisionssendungen bekannt ist, diente ursprünglich dem Lob Gottes, aber auch dem Lob des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Der lateinische Textanfang „Te Deum laudamus, Dich, Gott, loben wir“ steht als Motto über dem ganzen Konzert, das am Samstag, 21. September, ab 20 Uhr in der Michaelskirche in Reichelsheim zu hören sein wird.

Dramatik bei Beethoven

Nach diesem farbigen und schwungvollen Werk von Marc-Antoine Charpentier spielt die Kurpfalzphilharmonie die Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven. Die Musik zum gleichnamigen Schauspiel setzt das Schicksal des römischen Patriziers Marcius Coriolanus in Töne um: Aufbrausendes Wesen und innere Unsicherheit wechseln sich ab, bis das Werk mit dem Selbstmord des Titelhelden endet.

Einen weitaus positiveren Ausgang nimmt die abschließende Psalmkantate von Felix Mendelssohn Bartholdy: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.“ Psalmtexte inspirierten Mendelssohn-Bartholdy während seines gesamten Schaffens. Dieses Werk entstand während seiner Hochzeitsreise.

Die Choreinstudierung lag in den Händen von Andrea Dippon-Meyer. Den Orchesterpart übernimmt die Kurpfalzphilharmonie mit ihrem Konzertmeister Arne Müller. Die Gesamtleitung des Konzerts hat Dekanatskantor Matthias Ernst, der einen „farbigen, kurzweiligen Stil“ ankündigt.

75 Sänger auf der Bühne

Andrea Dippon-Meyer und Matthias Ernst haben die Stücke ausgesucht – er das Te Deum, sie den Mendelssohn. In regelmäßigen Abständen bringen sie gemeinsame Auftritte auf die Bühne. Für die rund 75 Sänger beider Chöre stellen sowohl der „Hirsch“ als auch das Te Deum mit ihren Höhen und ständigen Wechseln eine große Herausforderung dar.

Monumentale Chöre wechseln sich mit ausdrucksvollen Arien und Ensembles ab, die zum Teil von jungen Sängern aus dem Chor übernommen werden. „Für mich ist es reizvoll, dass eine Reihe von Jugendlichen Soli eingeübt haben“, sagt Andrea Dippon-Meyer, darüber freue sie sich.

„Wir sind ganz angerührt von den jungen Leuten“, so auch Wolfgang Reith, der im Michels-Chor singt. Großangelegte, strahlende Chor-Fugen beschließen beide Werke. Als Solisten wirken an dem Konzert mit: Helene Böhme (Sopran) und Jan Fischer (Bass). red

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