Lindenfels

Geschichte Eine Anfrage beim Hessischen Landesarchiv in Darmstadt hat ergeben, dass der Lindenfelser Stadtteil wohl zwischen 1094 und 1101 erstmals erwähnt wurde

Bis zu Kolmbachs 1000-Jahr-Feier ist noch etwas Zeit

Kolmbach.Als historisch gesicherte Ersterwähnung des Ortes Kolmbach wird das Jahr 1101 vom Hessischen Staatsarchiv in Darmstadt genannt. Kolmbachs Ortsvorsteher Kurt Dersch hatte im vergangenen Jahr die Anfrage gestartet, weil in einer Sitzung des Beirates angeregt wurde, in drei Jahren ein großes Fest zu feiern. Der Gedanke kam deshalb auf, weil in einer Chronik der Feuerwehr des Ortes eine Ersterwähnung auf das Jahr 1023 datiert. Damals soll es in Kolmbach elf Häuser gegeben haben. Demnach würde der Ort im Jahr 2023 volle 1000 Jahre bestehen, was schon zu feiern wäre und vorbereitet werden müsste. Da Dersch eine solche Feier nur auf der Basis einer gesicherten Jahreszahl ausrichten wollte, startete er über die Stadt Lindenfels die Anfrage.

Die Recherche war nicht einfach, denn eine Ersterwähnung von „Columbach“ findet sich in einem Güterverzeichnis des Klosters Lorsch. Da diese Eintragung aber nicht mit einem Datum versehen wurde, müssen sich die Historiker an der Handschrift desjenigen orientieren, der die Eintragungen vollzogen hatte. Hierzu wurde eine andere Urkunde im Vergleich hinzugezogen. Diese wurde von Abt Anselm angefertigt.

Urkunde von Abt Anselm

Da die Handschriften nach Meinung der Historiker identisch sind und die zweite Urkunde mit dem Hinweis mit einem Hinweis auf Abt Anselm versehen ist, wird davon ausgegangen, dass die Urkunde mit der Erwähnung von Kolmbach ebenfalls von ihm angefertigt wurde. Da Abt Amselm in Lorsch von 1088 bis 1101 eingesetzt war und die Vermutung besteht, das der Eintrag mit dem Wort „Columbach“ nicht vor 1094 entstanden sein kann, muss nun ein anderes Datum für die Ersterwähnung eingesetzt werden. „Grundsätzlich ist bei der Frage nach der Ersterwähnung eines Ortes das späteste belastbare Datum einzusetzen“, so die Information vom Landesarchiv. Damit wird das letzte Jahr eingesetzt, in dem Abt Amseln in Lorsch wirkte, nämlich 1101.

In seiner Niederschrift beschreibt der Abt, dass der Weiler Columbach zum Hofe Furde (Fürth) gehört. „Im Weiler Columbach liegen elf Huben. Zehn derselben entrichten jährlich 15 Sesterzen am Feste des Heiligen Michael“. Weitere Zahlungen wurden am Fest des Heiligen Martin (11. November) fällig. Jeder Hube hatte 20 Denare zu bezahlen. An Ostern waren von den Huben in Columbach je ein Huhn und zehn Eier abzuliefern. Weitere Huben wie Krumbach, Brombach, Weschnitz, Fahrenbach gehörten zum Hofe Furde.

Nachdem Dersch diese Informationen vom Landesarchiv erhalten hatte, stand fest, dass Kolmbach in den nächsten Jahren keine größere Jubiläumsfeier ausrichten wird. jhs

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