Lindenfels

Ortsbeirat Eulsbach Nach der Schließung des Gasthauses Am Speierling fehlt es an einem Treffpunkt für Vereine und Bürger

Container könnten eine Lösung sein

Archivartikel

Eulsbach.Der Frust von Ortsvorsteher Willi Fendrich war in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates nicht zu überhören und angesichts der aktuellen Lage im kleinsten Lindenfesler Stadtteil auch durchaus verständlich. Der Grund für den Ärger: Seit Anfang des Jahres gibt es in Eulsbach keinen Treffpunkt mehr für Bürger und Vereine, nachdem zum Jahreswechsel das einzige noch im Dorf vorhandene Gasthaus Am Speierling seine Türen für immer geschlossen hat.

Ein Raum in der alten Mühle, die vor Jahren durch privates Engagement restauriert wurde, kann genutzt werden, bis eine Lösung gefunden ist. Hier tagte am Donnerstag auch der Ortsbeirat und regelmäßig ist der Hof der alten Mühle auch Veranstaltungsort für das Dorffest. Ein Entgegenkommen des Eigentümers, für das man im Ort sehr dankbar ist. Dennoch kann das keine Dauerlösung sein und auch die Nutzung von Räumlichkeiten im benachbarten Schlierbach durch die Vereine ist nicht sinnvoll, vor allem, wenn es um die älteren Mitbürger geht.

Feuerwehr bietet keine Alternative

Selbst die Feuerwehr kann keine Alternative bieten, denn das Gerätehaus verfügt weder über sanitäre Anlagen, noch über eine Heizung. Eigentlich wäre auch das eine Baustelle, denn im Brandschutz sollte es solche Räumlichkeiten eigentlich nicht mehr geben.

Angesichts dieser örtlichen Gegebenheiten ist Bürgermeister Michael Helbig nicht zu beneiden. Denn ohne entsprechende Finanzmittel, aber zu erwartenden Mehraufwendungen durch den möglichen Wegfall der Straßenbeiträge, kommt eine Lösung für Eulsbach der Quadratur des Kreises gleich.

Drei Möglichkeiten wurden inzwischen näher betrachtet. So gibt es ein Anwesen mit einer früheren Backstube, das zum Verkauf steht, aber renovierungsbedürftig ist. Finanziell für eine Stadt, die noch im vergangenen Jahr unter dem Schutzschirm stand und eigentlich städtische Immobilien eher verkaufen als kaufen sollte, nicht leistbar.

Vorstellbar, aber auch aus finanzieller Sicht schwierig zu realisieren wäre ein Hof nahe dem Spielplatz und als letzte Alternative stünde ein Grundstück gegenüber dem früheren Gasthaus Am Speierling zur Verfügung. Es könnte gepachtet und darauf eine Containerlösung realisiert werden. Aufgrund der Lage zwischen historischen Gebäuden müsste der Denkmalschutz eingebunden werden.

Kosten sollen geprüft werden

Für Ortsvorsteher Fendrich scheint das das einzige geeignete Grundstück zu sein, um eine Lösung zu realisieren. Letztlich sahen das auch die übrigen Ortsbeiratsmitglieder so und beauftragten den Magistrat einstimmig, die Möglichkeiten und Kosten bei einer Umsetzung auf diesem Grundstück zu prüfen.

Diesem Prüfauftrag hatte auch Max Klöss zugestimmt, obwohl er in der Diskussion einen anderen Aspekt ins Spiel gebracht und damit allerdings keine Pluspunkte gewinnen konnte. Er fragte angesichts der Kosten, ob denn ein Gemeinschaftsraum in Eulsbach wirklich gebraucht werde oder ob das „Anspruchsdenken“ sei. Er verwies auf entsprechende Möglichkeiten in Schlierbach odere Ellenbach.

Damit erwischte er den Ortsvorsteher aber gänzlich auf dem falschen Fuß. Fendrich machte deutlich, dass sich die Forderungen von Eulsbach bisher auf ein Minimum beschränkt hätten. Jetzt würde die Stadt mal gefordert und er komme sich dabei schon fast wie ein „Bittsteller“ vor. „Wir brauchen eine Möglichkeit des Treffens in unserem Ort, sonst geht die Dorfgemeinschaft unter“, sagte er.

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