Lindenfels

Natur Dass in Seidenbuch Pflanzen abgemäht wurden, war die richtige Entscheidung, heißt es vom Arbeitskreis Heimische Orchideen

Das Knabenkraut wird sich erholen

Lindenfels.Der Frühling ist vorbei und mit Einsetzen der sommerlichen heißen Temperaturen geht vielfach die Blüte von Orchideen zu Ende. Besonders die ersten Arten, Bewohner der feuchten Gebiete, haben sich schon eingezogen oder bilden ihre Samenstände aus. Zeitgleich kommen aber auch andere Kräuter, wie Brombeeren, Disteln oder sogar Stauden wie der Bärenklau auf.

Jetzt beginnt die Zeit des Handelns, besonders dann, wenn gewünscht wird, dass die Orchideen auch im kommenden Frühling das Auge des Betrachters erfreuen. Genau vor dieser Entscheidung stand der Seidenbucher Ortsvorsteher Jochen Terporten, der sich um eine Grünfläche kümmert im Ort, auf der nun schon seit vielen Jahrzehnten regelmäßig das Breitblättrige Knabenkraut blüht.

Den Mitgliedern des Vereins Arbeitskreis Heimische Orchideen Hessen ist dieser Standort schon sehr lange bekannt, er befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Quelle, die für Feuchtigkeit sorgt. Seit wenigen Jahren wandern nun diese Orchideen weiter in die Grünfläche hinein, wo ihnen Konkurrenzarten in der Zeit vor dem Aussamen zusetzen. „Jochen Terporten hat mit seiner Überlegung, das Mähen der hangwärts befindlichen Fläche jetzt schon zu beginnen richtig gehandelt“, erklärte nun die Vorsitzende des Arbeitskreises Jutta Haas: „Nur so kann auch die erneute Blüte im nächsten Jahr sichergestellt werden.

Viel Interesse am Vorkommen

Haas ist sehr erfreut über die Reaktion in der Bevölkerung über diese Mähmaßnahme, denn diese ist ein Zeichen für das Interesse an dem Vorkommen und dem Schutz der in dieser Gegend vorkommenden Orchideen. Sie möchte aber auch die kritischen Stimmen beruhigen: „Manchmal müssen Mähmaßnahmen zu einer Zeit durchgeführt werden, wenn es nicht optimal für die schützend werdenden Pflanzen erscheint. Jochen Terporten hat die ursprüngliche Fläche mit vielen Pflanzen noch nicht gemäht und wird damit auch warten, bis diese ihre Samen entlassen haben“, stellte sie fest.

Die inzwischen abgemähten Orchideen werden sich wieder erholen, weiß die Vorsitzenden des Arbeitskreises. „Im Mähkonzept wird ein Teil der Fläche im nächsten Jahr etwas länger stehen bleiben, ein Teil muss aber wegen des anderen Aufwuchses auch im nächsten Jahr früher gemäht werden“.

Im Gespräch bedankte sich Jutta Haas bei Jochen Terporten für seinen überlegten Einsatz beim Mähen der Flächen mit den Orchideen. jhs

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