Lindenfels

Evangelische Kirche Synode votiert für Beitritt zu einem Bündnis

Dekanat unterstützt Seenot-Retter

Odenwald.Das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald ist dem Aktionsbündnis United4Rescue – Gemeinsam Retten beigetreten. Das Bündnis unterstützt die zivilen Rettungsorganisationen, die im Mittelmeer dem Ertrinken von Menschen auf der Flucht nicht tatenlos zusehen, sondern Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt. Der Dekanatssynodalvorstand, das Leitungsgremium des Dekanats, hat den Beitritt in seiner Sitzung im Januar beschlossen.

19 000 Flüchtlinge ertrunken

„Nächstenliebe – das heißt heute im Blick auf Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Unrecht fliehen müssen, Fluchtursachen bekämpfen, Not lindern und Menschen vor dem Ertrinken bewahren. Wir möchten gemeinsam mit anderen Zeichen der Menschlichkeit setzen im Sinne unseres Leitwortes ,In Gottes Namen bekennen wir Farbe’“, begründet Michael Vollmer, Präses des Dekanats, den Beschluss. Dekan Joachim Meyer ergänzt: „Wir unterstützen United4Rescue, weil wir die humanitäre Situation im Mittelmeer als katastrophal empfinden. Tagtäglich ertrinken Menschen in den Fluten und die Weltöffentlichkeit schaut zu. Seenotretter werden kriminalisiert. Das können wir nicht hinnehmen. Wir hoffen, dass die Europäische Union bald eine politische Lösung für die große menschliche Not findet.“

Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind seit dem Jahr 2014 mehr als 19 000 Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken. Ziel des neuen Aktionsbündnisses ist es, Geld zu sammeln, um ein Rettungsschiff zu kaufen und dies der Hilfsorganisation Sea-Watch zur Verfügung zu stellen. Hierfür wurde Ende Januar das ausrangierte Forschungsschiff „Poseidon“ in Kiel ersteigert. Dem Bündnis geht es außerdem darum, dafür einzutreten, dass die zivile Seenotrettung nicht kriminalisiert wird, dass die Pflicht zur Seenotrettung von der EU und ihren Mitgliedstaaten als staatliche Aufgabe wahrgenommen wird, dass geflüchtete Menschen faire Asylverfahren bekommen und dass Städte und Kommunen, die Schutzsuchende aufnehmen wollen, dies auch tun können.

300 Organisationen beteiligt

Der Impuls, ein weiteres Schiff zur Seenotrettung ins Mittelmeer zu schicken, ging im Juni 2019 vom Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund aus. Das daraus entstandene vielfältige Bündnis United4Rescue aus Kirchen, Initiativen, Vereinen und Organisationen ist Anfang Dezember gestartet. Mittlerweile wird das das gesellschaftliche Bündnis von rund 300 Organisationen getragen, darunter die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Mehrzahl der Landeskirchen, aber auch die Musikband Revolverheld und der Deutsche Gewerkschaftsbund.

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