Lindenfels

Bauschutt-Anlage

Den fatalen Beschluss vom Juni 2018 korrigieren

Archivartikel

Für die Bürger von Kolmbach rückt der Tag der Entscheidung immer näher. In ihrer Sitzung am 31. Oktober kann die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lindenfels den fatalen Beschluss vom Juni 2018, das städtische Grundstück im Gewerbegebiet „Im Gehren“ in Kolmbach an ein Unternehmen zu verkaufen, korrigieren.

Das ist die letzte Möglichkeit, das Verfahren zu stoppen, denn nach dem jetzigen Kenntnisstand muss man davon ausgehen, dass das Regierungspräsidium Darmstadt das beantragte Vorhaben, an dieser Stelle Bauschutt zu lagern und mit einer Brecheranlage zu zerkleinern, genehmigen wird.

Eine Zumutung für die Bürger

Die Grenzwerte nach dem Bundesimmissionsgesetz und die zu erwartenden Emissionen von Lärm, Staub und erhöhtem Lastwagen-Verkehr werden eingehalten und sind für die betroffenen Anlieger zumutbar. Aber schon das Wort „zumutbar“ beinhaltet, dass die Genehmigung einer solchen Anlage für die Bürger eine Zumutung bedeutet.

Aus vielen Gesprächen habe ich erfahren, dass beim Verkaufsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr vielen Stadtverordneten nicht bekannt war, dass auf dem Grundstück eine Bauschuttzerkleinerungsanlage mit den zu erwartenden Auswirkungen auf Mensch und Natur errichtet werden soll.

Sie waren mangelhaft oder nicht ausreichend informiert, was aus moralischer Sicht den Beschluss in Frage stellt, mag er noch so rechtmäßig zustande gekommen sein.

Mehr als ein Grundstücksverkauf

Inzwischen dürfte aber jedem Stadtverordneten klar sein, was am Donnerstag, 31. Oktober, zur Abstimmung steht.

Deshalb richte ich den folgenden Appell an Sie, sehr geehrte Stadtverordnete: Sie beschließen nicht mehr nur über den Verkauf eines städtischen Grundstücks, sondern Sie entscheiden auch darüber, ob in Kolmbach die geplante Bauschuttzerkleinerungsanlage gebaut werden kann. Sie entscheiden auch darüber, ob die betroffenen Anlieger für den Rest ihres Lebens mit solchen gravierenden Beeinträchtigungen leben müssen.

Lassen Sie bitte alle parteitaktischen Überlegungen außen vor und versetzen Sie sich in die Lage der betroffenen Menschen, zumal sich die ursprüngliche Argumente der Befürworter, wie Arbeitsplätze, Gewerbesteuer, Weiterentwicklung des Gewerbegebiets oder gar das Gemeinwohl in Luft aufgelöst haben.

Denken Sie nicht zuletzt an das gute nachbarschaftliche Verhältnis zur Gemeinde Lautertal, das mit dem Festhalten an dem Verkaufsbeschluss beschädigt wird. Seien Sie so mutig, den Fehler vom Juni 2018 einzugestehen und zu korrigieren.

Die Bürger von Kolmbach und Gadernheim werden dies mit Hochachtung zur Kenntnis nehmen und ein Stück Vertrauen in das verantwortungsvolle Handeln der von Ihnen gewählten Vertreter zurückgewinnen.

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Kurt Dersch

Ortsvorsteher vom Kolmbach

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