Lindenfels

Haus Baureneck 2010 wurde die Ausstellungsstätte mit viel ehrenamtlichem Engagement eröffnet / Die Jubiläumsfeier fällt wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus aus

Drachenmuseum lockt seit zehn Jahren Gäste an

Archivartikel

Lindenfels.160 Mitglieder zählt der Verein Das Deutsche Drachenmuseum inzwischen. Am vergangenen Wochenende wollte der Verein eigentlich den zehnten Geburtstag des Museums im Haus Baureneck feiern. Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachen Coronavirus verzichtet der Verein aber auf die Jubiläumsfeier, die von Peter C. Woitge und seinem Team mit viel Herzblut vorbereitet wurde und nun zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden soll. Auch das Museum selbst ist seit Montag vorübergehend geschlossen.

Verein gründete sich 1994

1994 wurde der Verein mit damals nur zehn Mitgliedern gegründet, steil bergauf ging es mit dem Verein aber mit der Eröffnung des Museums, das seit zehn Jahren immer mehr zum Publikumsmagneten wird. Über die Einrichtung des Museums wurde das Haus Baureneck restauriert und auch im Bürgerturm sind Exponate zu sehen. Mit fachlicher Beratung wurde ein Konzept erstellt und mit Hilfe von Spenden, wurde bereits im Jahr 2007 die Drachenfigur Lindra erworben. Der Bürgerturm erhielt eine Glaspyramide, auf der seitdem die Drachenfahne weht.

Das Haus Baureneck wurde zwischen 2007 und 2009 mit Hilfe eines EU Programms renoviert, es steuerten sich aber auch die HSE, die Sparkassenstiftung, das Land Hessen und die Stadt Lindenfels Anteile bei. Vereinsmitglieder beteiligten sich an der Restaurierung und der Einrichtung des Hauses mit etwa 2800 ehrenamtlichen Stunden. Die Eröffnung des Museums fand am 19. März 2010 statt und schon damals fanden die von den Vorstandsmitgliedern ohne fremde Hilfe eingerichteten Ausstellungsräume viel Beachtung.

Mehr als 1000 Exponate

Zu der Erstausstattung zählten schon viele Exponate, aber auch viele Leihgaben. Inzwischen verfügt das Museum über mehr als 1000 Exponate, die ausgestellt sind. Stellvertretend seien eine Figur des heiligen Georgs aus dem Grödnertal, der Keramik-Drachenreiter aus China und das Tuch eines Mandarins aus der Kaiserzeit Chinas, genannt. Zum Museum gehört auch ein Laden, dort gibt es neben den Eintrittskarten auch kleine Souvenirs und Präsente.

Auch rund um das Museum hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mit Hilfe großzügiger Spenden und durch Eigenhilfe konnten verschiedenen Projekte verwirklicht werden, unter anderem die Pflasterung des Eingangs, der Drachengarten, eine Drachenbank, Skulpturen und der Drachentempel.

Der Verein beteiligt sich an Aktionen im Bereich der Ferienspiele, der Museumsnacht und dem Internationalen Museumstag. Bereits 2011 startete das Museum mit einer ersten Sonderschau Fantasy. Es folgten inzwischen 24 Sonderschauen, etwa „Keramik und Schmuck“, „Christentum und Drachen“, „Mail-Art“ oder auch „Das Nibelungenlied in der Literatur“ mit entsprechenden Vortragsveranstaltungen.

Hohe Besucherzahlen

Das Museum hat sich an zahlreichen Aktionen auch außerhalb von Lindenfels beteiligt und Werbung für das Lindenfelser Kleinod gemacht, dazu kamen Berichte in Funk und Fernsehen. 2017 konnte der Verein einen zusätzlichen Ausstellungsraum im Mirow-Bau eröffnen.

Die Besucherzahlen sprechen für sich. 2019 verbuchte das Museum über 5500 Zuschauer, insgesamt wurden die Ausstellungen inzwischen von mehr als 50 000 Gästen aus 32 Ländern besucht. Das Vereinsleben wird in den Kindergruppen gepflegt, dazu kommen Vereinsreisen und Ausflüge zum Drachenstich, zum Drachenfels, nach Metz und Straßburg, nach Würzburg und Kassel. Beim Helferfest lädt der Verein alljährlich seine Mitstreiter zum Essen ein. Jährlich werden etwa 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in das Museum nebst Außengelände investiert, das Drachenmuseum freut sich dabei über neue Helfer.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel