Lindenfels

Tierschutzinitiative Mäharbeiten bedrohen junge Rehe

Drohnen sollen Kitze retten

Fürth.Eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs war, hat sich bei der Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) gemeldet, weil sie in Lörzenbach auf einem gemähten Futterroggen-Feld ein Rehkitz mit abgetrenntem Hinterlauf gefunden hat. Die Frau handelte richtig und rief sofort den Jagdpächter an, der auch kurze Zeit später eintraf.

Der stellte außer dem abgetrennten Bein noch eine große Schnittwunde am Bauch fest. Somit blieb nur, das Kitz schnell zu erlösen, wie die TSI berichtete.

Landwirte seien per Gesetz verpflichtet, alles zu tun, um das Ausmähen von Kitzen zu verhindern. Die TSI weist darauf hin, dass die Landwirte bestraft werden könnten, wenn sie keine ausreichenden Maßnahmen zur Verhinderung des Ausmähens von Kitzen getroffen hätten.

„Einen Tag vor Mähbeginn sollte der Jagdpächter informiert werden, der wiederum Leute organisiert, die beim Absuchen der Wiesen oder Felder helfen. Ein Landwirt, bei dem voriges Jahr schon ein Kitz beim Mähen umkam, wurde gebeten, dieses Jahr rechtzeitig den Jagdpächter zu informieren. Leider kam dessen Meldung viel zu kurzfristig, sodass schon gemäht war, bevor die Helfer eintrafen“, schreibt die TSI.

Es sei allerdings kein Kitz in der Wiese gewesen – möglicherweise, weil eine Tierfreundin tags zuvor Stöcke mit im Wind flatternden Tüten aufgestellt hatte, die die Ricke daran hinderten, ihr Kitz dort abzulegen.

„Inzwischen gibt es Hoffnung, dass weniger Kitze beim Mähen sterben. Ein Birkenauer Jagdpächter hat gute Erfahrungen mit einer herkömmlichen Drohne gemacht. Beim ersten Versuch fand er zwei Kitze in einer Wiese. Die Arbeit mit der Drohne erfordert wesentlich weniger Zeit als das Absuchen“, so die Tierschutzinitiative. red

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