Lindenfels

Heinrich-Böll-Schule Zehntklässler haben ein Experiment in Sachen Street Art durchgeführt – und gleichzeitig das Ortsbild aufgewertet

Ein graues WC-Häuschen als Leinwand

Archivartikel

Fürth.Zehntklässler der Heinrich-Böll-Schule haben mit Begeisterung ein mausgraues, beschmiertes und unansehnliches WC-Häuschen im Eingangsbereich des Generationenparks „Steinbachwiesen“ in ein buntes Bauwerk verwandelt, das nun in schillernden Farben erstrahlt und zum Charakter des gern genutzten Parks passt.

Wie kam es zu dieser Aktion? Im vergangenen Jahr befassten sich die Schüler im Französischunterricht mit dem Thema Street Art und Graffiti. Wäre es nicht mega-cool, selbst als Sprayer aktiv zu werden, natürlich auf legale Weise, fragten sich die Schüler. Ihre Lehrerin Silvia Hantke zeigte sich ebenfalls angetan von dieser Idee. Gedacht war an eine großformatige Leinwand, die gestaltet werden und als Blickfang auf dem Schulhof dienen sollte. Eine Aufstellung der Kosten machte jedoch schnell deutlich, dass die Schüler dieses Vorhaben finanziell alleine nicht stemmen konnten

Unterstützung von der Kommune

Hantke wandte sich deshalb an den Förderverein der Schule, über den wiederum ein Kontakt zu Bürgermeister Volker Oehlenschläger geknüpft wurde. Der Fürther Rathauschef musste nicht lange überlegen, um die kreative Energie der Schüler in die richtigen Bahnen zu lenken. Das unansehnliche stille Örtchen am Park tat dem rührigen Bürgermeister schon lange in den Augen weh. Eine farbliche Verschönerung kam da genau zum richtigen Zeitpunkt.

Damit nicht genug: Mit Pablo Götz, einem Fachmann in Sachen Street Art, hatten die Schüler einen Experten, der wichtige Tipps bei der Gestaltung und Umsetzung der Kunst geben konnte. Götz war es auch, der die nötigen Materialien besorgte und sich am Tag der Kunstaktion freinahm, um vor Ort dabei sein zu können. Die Gemeinde Fürth wiederum übernahm die Kosten für die Farben und Utensilien.

An drei Wänden konnten sich die Jugendlichen nach Herzenslust austoben. Die Darstellungen an einer Wand befassen sich etwa mit dem Festspielcharakter des Geländes.

Am Ende des Projektes blickten alle Beteiligten zufrieden auf das nun sehenswerte Toilettenhäuschen. „Die Schüler haben in perfekter Teamarbeit eine hervorragende Leistung abgeliefert und sich mit diesem Kunstwerk verewigt“, lobte Hantke das Engagement ihrer Schützlinge.

Wer also behauptet, die heutigen Jugendlichen würden nur noch am Computer zocken und seien nicht mehr für eine Sache zu motivieren, sollte sich das stille Örtchen am Steinbachwiesenpark ansehen – es lohnt sich. red

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