Lindenfels

Albert-Schweitzer-Haus Das Freizeitheim des Vereins „Kultur und Bildung und Soziales“ besteht seit 60 Jahren

Ein Schmuckstück für Lindenfels

Archivartikel

Lindenfels.Der Verein Kultur und Bildung und Soziales (KuBuS) hatte Mitarbeiter und Verantwortliche zu einem kleinen Jubiläumsfest in das Albert-Schweitzer-Haus nach Lindenfels eingeladen. Anlass war das 60-jährige Bestehen des Hauses, das 1958 von der Stadt Darmstadt erbaut worden war und seitdem von Vereinen und Gruppen für Klassenfahrten, Ferienfreizeiten und Wochenendaufenthalte genutzt wird.

Thomas Jungfleisch, Geschäftsführer von KuBuS, betonte in seinem Grußwort die persönliche Bedeutung des Hauses für ihn. Er sei Auszubildender bei der Stadt Darmstadt gewesen, als er von einem Aufruf des damaligen Heimleiters erfahren habe, der Betreuungskräfte gesucht habe. Dem sei er gefolgt und 1987 als Mitarbeiter eingestiegen – erst als Betreuer, dann in seinem Anerkennungsjahr.

Später habe er seine Diplomarbeit über das Konzept der Albert-Schweitzer-City geschrieben. Dieses Ferienangebot einer Kinderstadt zeichne das Haus aus und habe mittlerweile Kult-Charakter. In der „City“ probieren sich Kinder in den Sommerferien als Politiker, Ärzte und Handwerker aus.

Jungfleisch betonte die Bedeutung des Hauses für die Gruppen und die Gesellschaft. Hier werde pädagogische Arbeit und Konzepte umgesetzt und geleistet, in einem Rahmen, den er sonst nirgendwo gefunden habe. Die Kinder sollten sich wohlfühlen und weit weg vom Schulalltag frei entwickeln. Sie könnten selbst entscheiden, was sie tun, dieser Prozess sei wichtig: sich selbst ausprobieren, scheitern und nach Lösungen suchen. Freundschaften, Konflikte, Respekt, richtiges Leben sei hier erfahrbar.

Das Flaggschiff des Vereins

Es sei ihm klar gewesen, dass das Haus nicht geschlossen werden dürfe, sagte Jungfleisch weiter. Es sei ein Juwel und müsse auf jeden Fall erhalten bleiben. Die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Darmstadt sei dabei wichtig, genauso wie der Zusammenhalt im Team am Ort.

Der Lindenfelser Bürgermeister Michael Helbig ist stellvertretender Vorsitzender von KuBuS. Er freute sich über das tolle Objekt in der Stadt. KuBuS sei weit mehr als nur das Albert-Schweitzer-Haus, aber das Albert-Schweitzer Haus sei das Flaggschiff von KuBuS. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Darmstadt bilde eine gesunde Basis.

Dass die Übernachtungszahlen gestiegen seien, sei ein gutes Zeichen, so Helbig. Er dankte den Mitarbeitern des Hauses und den Verantwortlichen aus Darmstadt und betonte, dass das Albert-Schweitzer-Haus in Lindenfels Arbeitsplätze geschaffen habe. Zurzeit seien dort zwölf Mitarbeiter beschäftigt.

Für die Stadt Darmstadt und Stadträtin Barbara Akdeniz sprach deren Mitarbeiter Matthias Hirth-Bralo. Seit 2002 begleite er die Geschehnisse rund um das Albert-Schweitzer-Haus. 2013 sei er mit verantwortlich für die Verträge gewesen, mit denen die Einrichtung an KuBuS übertragen worden sei. Hirth-Bralo erinnerte daran, dass schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Kinder aus Darmstadt zur Erholung nach Lindenfels kamen. Ab 1948 gab es Zeltlager auf dem nahe dem späteren Haus gelegenen Zeltplatz. 1953 wurde zu Spenden aufgerufen für den Hausbau. 1956 wurde das Bauvorhaben beschlossen und zwei Jahre später Eröffnung gefeiert.

Normalerweise gehe man mit über 60 Jahren in den Ruhestand. Das Albert-Schweitzer-Haus sei nicht in Rente gegangen, sondern habe einen neuen Schub erhalten, so Hirth-Bralo. Aus Sicht der Stadt Darmstadt habe es sich gelohnt, das Haus an KuBuS zu übertragen. Die Stadt werde weiterhin alles dafür tun, damit das Haus bestehen bleiben könne.

Anschließend gab es eine Gesprächsrunde der Heimleiter (wir berichteten) und ein gemütliches Beisammensein mit einem reichhaltigen Büfett, das das Küchenteam des Albert-Schweitzer-Hauses zubereitet hatte.

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