Lindenfels

Lindenfels Gebürtige Ellenbacherin lebt seit April im Seniorenheim Parkhöhe

Elisabeth Kröll feierte 97. Geburtstag

Lindenfels.Elisabeth Kröll feierte ihren 97. Geburtstag in der Seniorenresidenz Parkhöhe in Lindenfels. Zu den ersten Gratulanten am Vormittag gehörte Otto Schneider, Erster Stadtrat von Lindenfels. Er wünschte ihr alles Gute zum Geburtstag und überreichte ein kleines Präsent und eine Glückwunschkarte. Schneider gratulierte Elisabeth Kröll auch im Namen des Bürgermeisters der Stadt Lindenfels, Michael Helbig.

Elisabeth Kröll stammt aus Ellenbach. Ihr Vater (Jahrgang 1875) arbeitete seit 1927 auf dem Finanzamt in Fürth als Angestellter. Elisabeth Krölls Mutter war gelähmt und starb bereits, als sie zehn Jahre und ihre Schwester sieben Jahre alt war.

Einsatz im Lazarett

Die Bitsche-Lisbeth, wie die Ellenbacher sie rufen, war von klein auf im Turnverein aktiv. Nach dem Tod ihrer Mutter stellte der Vater eine Haushaltshilfe ein: Sie kochte für die beiden Mädchen. „Es war ein schönes Leben in dem kleinen Häuschen“, berichtete Elisabeth Kröll. Wie es üblich war, war Kröll im Bund Deutscher Mädel (BDM) aktiv und im Deutschen Roten Kreuz. Während des Zweiten Weltkrieges kümmerte sie sich um Verletzte auf deutschen Bahnhöfen. Später arbeitete sie in einem Kriegs-Lazarett in Russland. „Ja es war schlimm und zugleich schön“, sagt sie heute über diese Zeit. „Wir waren jung, für uns zählte die Kameradschaft.“

Sie lernte den Polizisten Rolf Kröll aus Mülheim an der Ruhr kennen. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Elisabeth Kröll erinnert sich noch heute, wie sehr sie gezittert hat, dass er gesund entlassen wird. Nach dem Krieg lebte sie mit ihrem Mann in Ostwestfalen-Lippe, in Sandebeck, das seit 1970 zur Gemeinde Steinheim gehört. „Dort hatten wir eine Dienstwohnung der Polizei zur Verfügung“, erzählte das Geburtstagskind. Elisabeth Kröll kümmerte sich um das Telefon, während ihr Ehemann Rolf mit seinem Polizeihund auf Streife durchs Dorf ging.

Zur Dienstwohnung gehörte ein großer Garten, den ihr Mann liebevoll pflegte. Ebenso pflegte er die Freundschaft zum örtlichen Förster und dessen Familie. Elisabeth Kröll kümmerte sich um die Kinder der Försters-Familie, eigene Kinder hat sie keine.

Die beiden hatten ihren Spaß mit der Lipper Landbevölkerung. Elisabeth Kröll erinnert sich noch gut an die Bauersfrau, bei der sie immer die Milch kaufte. Oft waren ihre Nichten und Neffen aus Ellenbach zu Besuch in Sandebeck.

Später wechselte ihr Ehemann zur Polizei in Heppenheim. Das Ehepaar baute ein Haus in Ellenbach.

An ihrem 97. Geburtstag freute Elisabeth Kröll sich auf Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Ihre Angehörigen feierten mit ihr im Seniorenheim, in dem Kröll seit April in einem hellen Eckzimmer wohnt. Zuvor hatte sie sich das Heim mit Nichten und Neffen angeschaut und dann entschieden: „Hier bleibe ich.“

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