Lindenfels

Kommunalpolitik Pläne zum Kolmbacher Gewerbegebiet „Im Gehren“ bereiten Anwohnern Sorgen / Sitzung im Stadtparlament

Entscheidung zur Bauschutt-Anlage steht an

Archivartikel

Kolmbach.Ein Beschluss der Lindenfelser Stadtverordneten aus dem vergangenen Jahr bereitet den Kolmbacher Bürgern und auch ihren Nachbarn viel Sorge. Dabei ging es um den Verkauf eines Grundstückes im Gewerbegebiet „Im Gehren“, das an der Grenze zu Gadernheim liegt. Wenn die rechtlich notwendigen Genehmigungen vorliegen, kann laut diesem Beschluss das Gelände an ein ortsansässiges Unternehmer verkauft werden. Dieses Unternehmen plant die Errichtung einer Bauschuttrecycling-Anlage.

Nach vielen Diskussionen und Überlegungen gründete sich in Kolmbach eine Bürgerinitiative dagegen und in Gadernheim wird gerade die Gründung einer Bürgerinitiative angestrebt. Eine Unterschriftenliste von Kolmbach erbrachte innerhalb kürzester Zeit 290 Unterschriften, die sich klar gegen die Errichtung einer solchen Anlage aussprechen.

Die Informationen, die es in der Ortsbeiratssitzung in Kolmbach dazu im September gab, bestätigen die Befürchtungen der Bürger. Der Lindenfelser Bürgermeister Michael Helbig informierte, dass es darum gehe, dass im seit 15 Jahren bestehenden und brachliegenden Gewerbegebiet ein Unternehmer Bau- und Abbruchabfälle zeitweilig lagern und mit Brech- und Siebanlagen behandeln möchte. Durch eine Vorsortierung auf der Baustelle sollen „Störstoffe“ größtenteils ausgeschlossen werden und somit „werden ausschließlich nicht gefährliche Abfälle gehandhabt“. Die Kapazität des Lagers soll 4190 Tonnen haben, die zu bearbeitenden Jahresmenge 21 100 Tonnen. In der Berechnung sind maximal 13 Lastkraftwagen pro Tag, was eine Lärmbelastung von 65 Dezibel ausmache. „Die Brecheranlage wird pro Jahr mit zweimal zehn Tagen berechnet“, informierte Helbig abschließend.

Lärmbelästigung befürchtet

Die Bürger von Kolmbach und Gadernheim befürchten nicht nur eine deutliche Zunahme des Lastkraftwagenverkehrs, sondern auch eine Belastung vom Betrieb ausgehend. Lärm von den Brecheranlagen und die beim Verarbeiten entstehende Staubbelastung sind Themen. Falls der Staub mit Wasserspritzungen minimiert werden soll, befürchten die Bürger auch eine Belastung der Gewässer, dieses vor allen in Richtung Gadernheim. Inzwischen hat sich der Stadtverordnetenvorsteher Stefan Ringer von dem Beschluss distanziert und einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses vom Sommer 2018 gestellt.

Dieser Antrag wird nun in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag, den 31. Oktober beraten. Die Sitzung findet im Bürgerhaus der Stadt Lindenfels statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Wie Kolmbachs Ortsvorsteher Kurt Dersch betont, ist diese Sitzung öffentlich und kann von den Bürgern besucht werden.

„Die Kolmbacher Bürger blicken mit Spannung und Erwartung auf diese Sitzung und hoffen, dass die Stadtverordnetenversammlung ihren Beschluss aus dem Jahr 2018 wieder aufhebt und damit den berechtigten Sorgen und Ängsten der Bürger Rechnung trägt. Sie sehen darin die letzte Möglichkeit, diese Anlage zu verhindern“, weiß Kurt Dersch. jhs

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