Lindenfels

Bauschutt-Anlage

Enttäuscht und entsetzt

In der Lindenfelser Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 31. Oktober, im Bürgerhaus Lindenfels durfte ich neben vielen anderen interessierten Bürgern Gastzuhörer sein. Unter Tagesordnungspunkt 5 wurde über einen vom Stadtverordnetenvorsteher eingebrachten Antrag auf Rückabwicklung des Verkaufes jenes Grundstückes abgestimmt, auf dem eine Bauschutt-Recyclinganlage geplant ist.

Vor der Abstimmung meldete sich unter anderem ein Stadtverordneter zu Wort, der sich wegen der starken Emotionen und des großen Widerstandes von betroffenen Bürgern sehr überrascht zeigte – ein Beleg für eine fatale Fehleinschätzung. Wie soll da das von ihm erbetene Vertrauen zustande kommen?

Und da es bekanntlich oft mehr Mut braucht, seine Meinung zu ändern, als an ihr festzuhalten, kam es dann, wie es kommen musste: Mit 17 zu 10 Stimmen setzten sich die Stadtverordneten über den mehrheitlichen Willen der betroffenen Anwohner hinweg. Demokratie mit Bürgerbeteiligung hatte ich mir anders vorgestellt.

Mein ausdrücklicher Dank und Hochachtung gelten an dieser Stelle dem Stadtverordnetenvorsteher, der sich in seinem gut begründeten Antrag zu seinem Fehler bekannte und bereit war, ihn zu korrigieren. Leider folgten seinem positiven Beispiel zu wenige. Dass nach diesem Votum die meisten Zuhörer die Versammlung trotz gegenteiliger Bitte verließen, kam quasi einer „Abstimmung mit den Füßen“ gleich. Das gibt den Entscheidern hoffentlich zu denken.

Meine Frage an jeden Stadtverordneten lautet nun: Möchten Sie im Umfeld einer solchen Anlage wohnen? Bitte geben Sie sich eine ehrliche Antwort auf diese Frage. Gelangen Sie zu einem Nein, dann sollten Sie dieses Vorhaben auch Ihren Mitbürgern nicht zumuten. Gelangen Sie aber zu einem Ja, dann lassen Sie uns gemeinsam nach einem Standort in Ihrem Umfeld suchen.

Nach meiner persönlichen Auffassung ist das Festhalten an dem geplanten Vorhaben eine Fehlentscheidung, über die die meisten Kolmbacher, so wie ich, enttäuscht, ja nachgerade entsetzt sind.

Hans-Lothar Molitor

Kolmbach

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