Lindenfels

Waldbrandgefahr Aus Sicherheitsgründen wurde das Spektakel zum Fest in Lindenfels abgesagt / Organisatoren suchen Alternativprogramm

Feuerwerk an der Burg fällt wegen Dürre aus

Archivartikel

Lindenfels.Die Besucher des Lindenfelser Burgfests müssen am Samstagabend auf einen alljährlichen Höhepunkt der großen Feier an der Burg verzichten: Wegen der anhaltenden Waldbrandgefahr fällt das Feuerwerk aus. Darauf hat sich der Vorstand des Verkehrsvereins mit der Feuerwehr und dem städtischen Ordnungsamt verständigt.

„Aufgrund der Extremwetterlage und der angeordneten Alarmstufe mit hoher Waldbrandgefahr fiel diese Entscheidung für die Sicherheit des Festes und des Ortes“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch die vorhergesagten Niederschläge brächten demnach keine anhaltende Verbesserung der Situation. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes kündigt für Samstag in Südhessen wieder die zweithöchste von fünf Warnstufen an.

„Ein Feuer direkt an der Burg könnten wir sicher noch unter Kontrolle bringen“, sagt Stadtbrandinspektor Jürgen Bitsch. Wie jedes Jahr werde eine Wasserleitung zur Burg gelegt. Außer den Feuerwehrleuten aus der Kernstadt würden auch deren Kollegen aus den Ortsteilen eingebunden.

Wasserfässer als Vorsorge

Das größere Risiko bestehe darin, dass eine Feuerwerksrakete in einem Vorgarten oder auf einer anderen Grünfläche irgendwo im Stadtgebiet landen und dort die trockene Vegetation in Brand setzen könnte. Deshalb hält der oberste Lindenfelser Feuerwehrmann die Absage für sinnvoll: „Wir können nicht überall bereitstehen“, führt er vor Augen.

Erhöhte Alarmbereitschaft herrsche bei den Feuerwehren wegen der Waldbrandgefahr nicht. Allerdings habe er einige Landwirte hinzugezogen, die für den Ernstfall mit Wasser gefüllte Güllefässer bereitstellten, sagt Bitsch.

Rauchverbot außerhalb des Hofs

Wegen der Waldbrandgefahr gilt auf dem Weg zur Burg ab dem Bürgerhaus Rauchverbot. Auch wird untersagt, Flaschen mitzubringen und sie auf dem Weg abzulegen sowie Gläser aus dem Burgareal mit nach draußen zu nehmen. Sie können wie Brenngläser wirken und auf diese Weise Feuer verursachen. „Diese Anordnungen werden aus Sicherheitsgründen auch überwacht werden“, kündigt die Stadt an.

Wie Klaus Johe, Geschäftsführer des Verkehrsvereins und Leiter des städtischen Kur- und Touristikservice erläuterte, werden Mitarbeiter des Ordnungsamts und ein Sicherheitsdienst die Einhaltung des Verbots kontrollieren. Innerhalb der Burgmauern sei das Rauchen gestattet. Der Weg vom Tor zu den Toiletten müsse hingegen rauchfrei bleiben.

„Wir vertrauen auf die Einsicht der Besucher und deren Verständnis. Nur so ist es überhaupt möglich das Lindenfelser Stadtfest 2018 durchzuführen“, zitiert die Pressemitteilung Bürgermeister Michael Helbig. Die Absage habe vorzeitig erfolgen müssen, um die Ausfallkosten für das Feuerwerk so gering wie möglich zu halten. Da aber schon die Spenden für das Feuerwerk gesammelt wurden, ist der Lindenfelser Verkehrsverein auf der Suche nach einem Ersatz – Einzelheiten dazu wird es im Laufe der Woche geben. „Noch können wir dazu nichts sagen, weil wir nicht wissen, ob das, was wir uns vorstellen auch umgesetzt werden kann“, sagte Johe. Seines Wissens nach sei es das erste Mal, dass das bunte Spektakel zum Burgfest abgesagt wurde.

Feuerwerke sind auch außerhalb des Burgfests hin und wieder Thema in Lindenfels, etwa dann, wenn es sich ein Brautpaar zu seiner Hochzeit auf dem historischen Gemäuer wünscht. „Bewerben wollen wir das aber nicht gerade“, betont Johe. In jedem Fall sei die Genehmigung des Lindenfelser Ordnungsamts erforderlich – die in diesen heißen und trockenen Tagen wohl schwierig zu bekommen wäre.

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