Lindenfels

Freizeit Lindenfelser Kinder besuchten mit dem Odenwaldklub das Auerbacher Schloss

Geistersuche in der historischen Wehranlage

Lindenfels.Kinder aus Lindenfels haben gemeinsam mit den Mitgliedern des Lindenfelser Odenwaldklubs die Schlossgeister des Auerbacher Schlosses gesucht. Ab Hochstädten hieß es wandern: am Gesundbrunnen vorbei und auf dem mit A1 markierten Weg in den kühlen Wald hinein.

Wie wohltuend schattenspendende Bäume sein können, wurde an diesem heißen Sommertag deutlich. Alle Kinder hatten nun mit ihren Betreuern einen Aufstieg auf den 340 Meter hohen Berg vor sich. Viele kleine Verschnaufpausen zum Trinken wurden eingelegt und dann ging es frisch weiter. „Alle Wanderer haben den Weg mit Bravour gemeistert“, lobte Regina Richter, Vorsitzende der Ortsgruppe des Odenwaldklub Lindenfels.

Um 1230 erbaut

Interessant war der Weg allemal, denn so nebenbei erfuhren die Kinder, dass die Grafen Katzenelnbogen diese bedeutendste Burganlage an der Bergstraße erbauen ließen. Das war 1230. Im Jahr 1370 wurde die Anlage noch einmal erweitert. Eine weitere Geschichtszahl lag im 15. Jahrhundert, da kam das Erbe an den Landgrafen von Hessen. Die Burg war wichtig, um Feinde abzuschrecken, sie war eine bedeutende Festungsanlage. Dennoch schafften es Soldaten, in die Burg einzudringen und schutzsuchende Menschen zu plündern und auch zu töten.

Urkunden nach Gespensterjagd

Die strategische Bedeutung der Burg verlor sich im 16. Jahrhundert, die Burganlage verwaiste und zerfiel. „Doch dann, vor über hundert Jahren, es war ab 1903, nahm sich die hessische Landesregierung im Rahmen der Denkmalpflege der Burganlage an“, erklärte Regina Richter als die Gruppe von Süden kommend das Burgtor und eine Brücke erreichte. „Könnte diese Brücke mal eine Zugbrücke gewesen sein?“, war dann eine Überlegung in der Gruppe. Wie sich zeigte, waren einige Kinder zu ersten Mal auf dem Auerbacher Schloss und staunten über die Größe der Anlage und über die gut erhaltene Burgruine.

Kurz vor der Wandergruppe war ein Versorgungsteam des Odenwaldklubs angekommen. Kühle Getränke wurden zum Renner und es gab einen leckeren Imbiss.

Die Pause tat gut, nun konnte die Anlage erobert werden. Als erstes bestiegen die Kinder die von weiten sichtbaren Türme und die Burgmauer, auf eine stattliche 300 Jahre alte Waldkiefer wächst.

Als alle zurück im Burghof waren, wurde an die Aufgabe des Tages erinnert: „Wir wollen die Schlossgeister zwischen der inneren und äußeren Burgmauer suchen“. Dabei hatten alle ihren Spaß und wurden teilweise selbst zu Schlossgeistern.

Schnell war die Zeit vergangenen. Es gab noch schnell ein Bild von der Gruppe auf der Burgtreppe und es wurden die Teilnehmerurkunden verteilt.

Der Heimweg führte in Serpentinen hinunter nach Auerbach. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging es zum Bahnhof Bensheim, und von dort mit dem Linienbus wieder nach Lindenfels. Die Eltern konnten pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt ihre zumeist müden Kinder in Empfang nehmen. Und die Kinder hatten sehr viel zu erzählen.

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