Lindenfels

Liederkranz Winterkasten Ein Vereinsausflug der Hutbuben führte nach Südtirol

Gesang der Hutbuben ertönte auf der Mahd-Alm

Winterkasten.In Südtirol gesellt sich zu Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter eine weitere Saison: die Törggelzeit. Sie beginnt nach dem Ende der Weinlese und dauert bis zum ersten Adventswochenende. Es geht zurück auf die Tradition der Verkostung des neuen Weins, zu der die Städter einst zu den Winzern aufs Land kamen. Die fand ursprünglich im Weinkeller statt, gleich neben der hölzernen Weinpresse, deren Name „Torggl“ vom Lateinischen torquere – pressen – kommt. Die Hutbuben vom MGV Liederkranz Winterkasten haben die fünfte Jahreszeit für einen Ausflug nach Südtirol mit ihren Angehörigen und Fans genutzt.

Ein Lied wurde „Ausflugshit“

Die Ausflügler nahmen fast alles mit, was Südtirol zu bieten hat: Eine Bergwanderung im Passeiertal, eine Weinprobe in Magreid an der Südtiroler Weinstraße, ein Besuch der Heppenheimer Partnerstadt Kaltern, ein Mini-Chorkonzert in Meran und ein Törggelabend im Dorf Tirol.

An allen vier Tagen wurde gesungen, was das Zeug hielt. Chorleiter Jürgen Martini hatte eine Liste von 26 Liedern dabei, die er für den Ausflug mit dem Chor vorbereitet hatte. Schon früh morgens bei der Anreise begrüßten die Sänger den Tag mit „Am kühlenden Morgen“ auf einem Rastplatz in Franken. Liederkranz-Sänger und Busfahrer Gunter Böhm und seine Frau Annette verwöhnten dort ihre Passagiere mit einem Sektfrühstück, das gute Stimmung für den Rest der Fahrt garantierte.

Am Ende kamen doch nicht alle aus Martinis Liste zur Aufführung, denn „Das Tal in den Bergen“ wurde zum Ausflugshit und war fester Bestandteil aller Auftritte. Schließlich stammt es aus dem benachbarten Veneto und passt gut in die Südtiroler Landschaft.

An der Mahd-Alm im Hirzergebiet hatten die Sänger bei ihrem Vortrag ein Gänsehaut-Erlebnis: Dort in der klaren Bergluft 2000 Meter über dem Meeresspiegel klang die Melodie so authentisch wie nirgendwo sonst. Die Sänger hatten sich in Richtung Tal gruppiert und waren weithin hörbar, denn auch an der ein paar hundert Meter tiefer gelegenen Hintereggalm lauschten die Besucher der Melodie.

Ständchen für den Wirt

Die Hymne auf den „Monte Cristallo“, in der die Schönheit Südtirols besungen wird, durfte nicht fehlen beim Auftritt in der Hirzer-Hütte. Vizechorleiter Joachim Schramm begleitete dazu und zu einigen odenwälder Volksliedern am Akkordeon. Dann griffen drei Wirtsgenerationen zu den Instrumenten: Der Großvater zur Gitarre, der Sohn zum Akkordeon und der Enkel zur Ziehharmonika. Schramm bediente die Teufelsgeige, und die Hutbuben vom Liederkranz intonierten aus voller Brust „Dem Land Tirol die Treue“.

Auf dem Rückweg zum Hotel „Rössl“ in Rabland im Vinschgau stoppten die Sänger noch kurz in Meran für ein Mini-Konzert vor dem Kurhaus. Rasch versammelte sich eine ansehnliche Gruppe von Zuhörern um die Sänger. Mitsängerinnen aus dem Publikum gab es beim im venetischen Dialekt gesungenen „Tal“ ebenso wie beim „Chor der Gefangenen“. Als Vorsitzender Philipp Kriegbaum den Chor vorstellte, konnte mindestens ein Zuhörerpaar etwas mit dessen Herkunft anfangen: „Lorsch grüßt Winterkasten“, rief es aus dem Publikum.

Beim „Sandgruber“, einer Schänke im Dorf Tirol, schlugen am letzten Abend die Stimmungswogen noch einmal hoch. Vor dem Essen hatten die Sänger den Wirtsleuten vom „Alpenhof“ in Dorf Tirol ein Ständchen gebracht, wo Dirigent Martini schon mehrmals seinen Urlaub verbracht hat.

In Anbetracht der guten Stimmung fiel es kaum auf, dass die Sonne sich nur selten Blicken ließ. Nur am späten Nachmittag des Ankuftsabends in Rabland lud sie die Ausflügler zu einem Veneziano auf der Hotelterrasse ein, damit sie wenigstes einmal die Herbstlandschaft in voller Sonnenpracht genießen konnten. ppp

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