Lindenfels

Vortrag Evangelisches Dekanat bietet Internet-Konferenz mit Hans-Hermann Pompe an

Gottes Möglichkeiten in der Pandemie

Winterkasten.Kirche verändert sich in diesen Tagen und Wochen in zwei Richtungen: Auf der einen Seite trüben Pandemie-Beschränkungen und der anhaltende Mitgliederschwund die Stimmung und machen ratlos. Auf der anderen Seite wächst der Fantasie von Kreativen buchstäblich Flügel im Entwickeln neuer Inhalte, Formen und Möglichkeiten aus sich heraus zu gehen.

Früher wie heute nennt man diese Glaubensbewegung nach außen Mission. Wie kann Mission, wie kann Erneuerung in Kirche und Gemeinde heute aussehen? „Erneuerung beginnt nicht im Vermeiden oder der Reparatur von Irritationen, sondern in einer Neuentdeckung des Evangeliums“, sagt Hans-Hermann Pompe.

Er ist Wuppertaler und Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste in Berlin. Am Dienstag, 24. November, in der Zeit von 18.30 bis 20.30 Uhr, wird er auf Einladung des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald seine Gedanken bei einem Vortrag mit anschließender Diskussion entwickeln.

Die Veranstaltung ist aufgrund der Corona-Situation digital. Der Abend ist überschrieben mit „Der Tanz der Fantasie – Oder: Wie wir Gottes Möglichkeiten gerade in diesen Zeiten unter uns entdecken und ihnen folgen können.“ Die Formulierung „Tanz der Fantasie“ geht zurück auf die 2009 gestorbene Wuppertaler Tänzerin und Choreographin Pina Bausch, die in den 70er Jahren mit ihrer Entwicklung des Tanztheaters zu einer Kultfigur der internationalen Tanzszene wurde.

Werbung für den Glauben

„Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt“, hat Pina Bausch einmal gesagt. Es gehe ihr darum, im Tanz Gefühle, Mitgefühl und Menschlichkeit auszudrücken. Und das heiße auch: auf das menschliche Empfinden und die Fantasie zu vertrauen.

Hans-Hermann Pompe nimmt darauf Bezug. „Ich sah in den Proben, irgendwann musste ich mich entscheiden. Folge ich meinen Plänen oder folge ich etwas, was ich gar nicht weiß, wo mich das hinführt? Und das habe ich dann einfach irgendwann gemacht. Dass ich einfach wage, da hinzugehen, wo ich nicht weiß, was herauskommt.“ Das Zitat entstammt dem Film Pina Bausch. Pompe sieht darin Ähnlichkeiten zur Dynamik der Kirchenentwicklung.

Mission bedeutet Werbung für den Glauben, Menschen in Kontakt mit dem Evangelium zu bringen – mit dem Ziel, dass sich ihre Haltung zum Leben, zu Gott und zum Glauben grundlegend verändert und sie das nach außen tragen. Darüber miteinander ins Gespräch zu kommen ist ein Ziel des Abends – die eigenen Gedanken in Bewegung zu bringen und die Glaubensfantasie zum Tanzen.

Hans-Hermann Pompe war nach dem Studium der evangelischen Theologie von 1983 bis 2000 Gemeindepfarrer in Wuppertal-Heckinghausen. Anschließend leitete er bis 2009 das Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland und von 2009 bis 2018 das EKD-Zentrum für „Mission in der Region“. Seine Themenschwerpunkte sind unter anderem Kreativität und Glaube, missionarische Formate, Veränderungsprozesse und neue Formen von Gemeinde. red

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