Lindenfels

Vortrag Ausnahme-Bergsteiger kommt am 2. November nach Fürth

Hans Kammerlander und der Berg der Geister

Fürth.Der TV Fürth präsentiert am Samstag, 2. November, Hans Kammerlander mit dem Vortrag „Manaslu – der Geisterberg“. Der bekannte Bergsteiger nimmt sein Publikum mit auf eine abenteuerliche, tragische und spannende Reise in die Welt der Achttausender.

„Kein anderer Berg hat Hans Kammerlander so sehr beschäftigt. Kein anderer Berg hat ihn so bewegt und so sehr aufgewühlt wie der Manaslu. Und kein anderer Berg hat ihm emotional so viel abverlangt wie der achthöchste Himalaya-Riese“, heißt es in einer Ankündigung.

1982, kaum 26 Jahre alt, folgte der Ausnahmekletterer Hans Kammerlander dem Ruf von Reinhold Messner. Das gemeinsame Ziel: die Winterbesteigung des 8201 Meter hohen Cho Oyu. Das Unternehmen scheiterte im tiefen Schnee und angesichts hoher Lawinengefahr.

Doch in den folgenden vier Jahren wurden Kammerlander und Messner zur bis heute erfolgreichsten Seilschaft an den höchsten Bergen unserer Erde. Gemeinsam bestiegen die beiden Südtiroler sieben der 14 Achttausender. Später machte sich Hans Kammerlander eigenständig auf die Reise in die Welt des Himalayas und des Karakorum.

Als Erster schaffte er 1996 die Sik-Abfahrt vom höchsten Punkt der Welt. Vom Gipfel des Mount Everest. In dieser Zeit schien der Ausnahme-Bergsteiger jeder noch so schwierigen Aufgabe gewachsen.

1991 organisierte er eine Expedition zum Manaslu. Das Unternehmen endete allerdings in einem Desaster. Binnen weniger Stunden verlor Kammerlander zwei seiner besten Freunde. Einer stürzte ab, der andere wurde vor Kammerlanders Augen vom Blitz getroffen. Diese beiden tödlichen Unfälle brachten den Pustertaler Bergführer an den Rand seines Fassungsvermögens.

In der unmittelbaren Zeit danach mied Kammerlander die Berge. Es dauerte lange, bis er wieder zurückfand und eine Lektion für das Leben lernte: „Es ist besser, weiterzugehen. Die Zeit des andauernden Rückblicks in eine düstere Vergangenheit muss ein Ende finden und sich alles wieder in die Zukunft richten“, sagt Hans Kammerlander heute. 26 Jahre nach der Tragödie, im Herbst 2017, kehrte er schließlich zu dem Berg zurück, der für ihn mit so viel Schmerz verbunden war.

Begleitet von einem großen Film-Team unternahm Hans Kammerlander eine Reise in die Vergangenheit. Es entstand der Kinofilm „Manaslu – Berg der Seelen“. Kammerlander und der Nordtiroler Stephan Keck machten sich auf die Spurensuche und auf den Weg Richtung Gipfel.

Ein Jahr nach dem Film erzählt Hans Kammerlander in einem packenden Vortrag alles, was in zwei Stunden Film nicht Raum fand. Die kleinen Geschichten am Rande, die großen Emotionen und die Begebenheiten hinter den Kulissen. Vor allem jedoch erzählt er aus seinem erfüllten Leben in den Gebirgen dieser Welt. Er lässt dabei nichts aus und schönt nicht die Ereignisse oder die eigenen Fehler. red

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