Lindenfels

Corona-Epidemie Verband fordert Geld für Firmen und Kliniken

Heilbäder wollen in der Krise Hilfe vom Staat

Archivartikel

Lindenfels.Die Heilbäder und Kurorte in Hessen, zu denen die Stadt Lindenfelser als Heilklimatischer Kurort gehört, wollen einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise leisten. Der Hessische Heilbäderverband fordert deshalb mit dem Deutschen Heilbäderverband umfassende Maßnahmen, um die Existenz der Heilbäder und Kurorte zu sichern. Dazu sollten eine Soforthilfe für Unternehmen ebenso gehören, wie eine pauschale Förderung für die Mindereinnahmen.

Mit ihrer medizinisch-therapeutischen Kompetenz bei Vorbeugung und Rehabilitation könnten die 350 Heilbäder und Kurorte einen umfassenden Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie leisten. Denn die Folgen einer Corona-Erkrankung müssten ebenso behandelt werden wie Begleiterscheinungen, die von psychischen Belastungen bis hin zu kardiologischen Behandlungen reichten, schreibt der Verband.

„Wir können und wollen einen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie leisten“, betont der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Michael Köhler. „Dazu müssen die Heilbäder und Kurorte als systemrelevanter Teil des Gesundheitswesens gesichert werden.“

Durch die im März angeordnete Schließung der kurspezifischen Einrichtungen seien die Heilbäder und Kurorte in Hessen sehr stark betroffen. Außer den fehlenden Einnahmen aus Kurbeiträgen und Umsätzen bereiteten vor allem die nahezu leerstehenden Reha-Kliniken große Sorgen. Zwar dürfe wieder operiert werden, doch wann die Kliniken wieder voll belegt werden könnten, sei fraglich.

„Umsatzsteuer senken“

Ein maßvoller Neustart in den Kureinrichtungen sei „dringend nötig, um die unterschiedlichsten Einrichtungen dauerhaft finanzieren zu können und Insolvenzen abzuwenden. Deshalb sollte die Soforthilfe der Bundesregierung auf die kommunalen Kurorte-Unternehmen ausgedehnt werden. Weiterhin müssen der Wegfall der Kurtaxe ausgeglichen und die Umsatzsteuer für kurörtliche Gesundheitseinrichtungen auf sieben Prozent gesenkt werden.

Darüber hinaus müssen Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau zinslos mit einer Laufzeit von über zehn Jahren auch für kurörtliche Unternehmen und Einrichtungen bereitgestellt werden. Mit der Epidemie nimmt die Bedeutung der prädikatisierten Orte weiter zu, denn die kurspezifischen Aufgaben werden umfassender“, schreibt der Verband.

Die Heilbäder und Kurorte in Hessen geben nach Angaben der Organisation 40 000 Menschen Arbeit. Hinzu kämen mehrere 10 000 Arbeitsplätze im Tourismus. Im vergangenen Jahr habe es in den Gesundheitszentren in Hessen rund zehn Millionen Übernachtungen gegeben. Das sei gut ein Viertel aller Übernachtungen im Land. red

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