Lindenfels

Kolmbacher Ortsbeirat Bei der jüngsten Sitzung ging es um den Lindenfelser Haushalt

Hohe Defizite im Etat werden erwartet

Archivartikel

Kolmbach.Bei den Beratungen im Gremium des Ortsbeirates von Kolmbach standen auch Überlegungen zur Planung des Haushaltes 2021. Für Ortsvorsteher Kurt Dersch ist es wichtig, dass die jetzt schon im Investitionsplan definierten Mittel für den Anbau und Erneuerung des Daches am Feuerwehrgerätehaus auch in den Haushalt übernommen werden. Dafür votierten die Ortsbeiratsmitglieder einstimmig. Ebenso einstimmig beschlossen wurde der Wunsch nach Einstellung von Mitteln zur Markierung der Tempo-30-Zonen im Ortsbereich von Kolmbach auf den Straßen.

Ein Vorschlag von Malte Diestel fand bei Bürgermeister Michael Helbig keine Zustimmung. Diestel ist neben seiner Tätigkeit im Ortsbeirat von Kolmbach auch der Vorsitzende des Männergesangvereins. Um die Proben des Vereins, auch anderer Chöre oder der Lindenfelser Trachtenkapelle in Corona-Zeiten im Winterhalbjahr zu ermöglichen ist, seiner Meinung nach, die Anschaffung eines leistungsstarken Klimagerätes zu überlegen, das auch Aerosole aus der Luft filtern kann Ein solches Gerät würde gut 1000 Euro kosten.

Wie Helbig in seiner Antwort ausführte, wird die Stadt wohl im nächsten Jahr den Gürtel enger schnallen müssen und damit auch genau hinschauen, für was Geld auszugeben ist. „Wir erwarten Defizite in der Sparte der Umlagen von 107 000 Euro, beim Schwimmbad in Höhe von 30 000 Euro und bei der Waldwirtschaft in Höhe von 50 000 Euro. Hinzu kommen wahrscheinlich Lohnerhöhungen von bis zu 4,5 Prozent“ Ortsvorsteher Kurt Dersch ergänzte, dass der Haushalt wohl erst im nächsten Jahr beschlossen wird und es damit ohnehin zu spät für die Anschaffung eines solchen Gerätes ist. „Vielleicht können sich ja die Vereine überlegen, ob sie die Anschaffung übernehmen möchten“.

Besser sind dagegen die Aussichten, dass die Beleuchtung im Saal des Dorfgemeinschaftshauses mit LED-Leuchten erneuert und damit auch der Stromverbrauch reduziert werden kann. Die Finanzierung ist mit den Eigenmitteln des Ortsbeirates in Höhe von 2500 Euro vorgesehen. Da die Gesamtkosten 4600 betragen werden, hat die Stadt in Aussicht gestellt, den Rest zu übernehmen, wofür sich Dersch bedankte.

Gehwege sollen saniert werden

In dieser ersten Ortsbeiratssitzung nach Ausbruch der Corona-Krise hatte sich beim Tagesordnungspunkt „Anfragen und Mitteilungen“ einiges angesammelt. Ein wichtiger Punkt für Kolmbach ist die Sanierung der beiden Gehwege entlang der Bundesstraße vom Ortsmittelpunkt in Richtung Lindenfels.

Eine Strecke von insgesamt gut 800 Metern bedarf dringend der Sanierung und das würde für die Anwohner teils mit erheblichen Kosten verbunden sein. Deshalb ist Ortsvorsteher Dersch auf der Suche nach Lösungen, um dieses abzufedern. Wie er nun weiß, gibt es ein Förderprogramm der hessischen Landesregierung, das eventuell greifen könnte. Hierfür müssten die Mitarbeiter im Rathaus einen Antrag stellen, was bislang nicht geschehen ist, wie Dersch kritisierte. Wie er weiter ausführte, müssen bei einer Sanierung auch die Wasserleitungen erneuert werden. „Das ist ebenfalls ein Knackpunkt bei der Sache“. Eine andere Diskussion, die mit in dieses Thema spielt, sind die noch nicht abgeschlossenen Diskussionen inwieweit Bürger bei Sanierungskosten belastet werden sollen.

Im Laufe der vergangenen Monate stellte sich heraus, dass aufgrund von Widersprüchen aus der Jägerschaft die geplante Mountain-Bike-Strecke Li II nicht offiziell ausgeschildert werden kann. Dennoch können von jedem Radfahrer die vorhandenen Wege genutzt werden, betonten Ortsvorsteher Dersch und Bürgermeister Helbig.

Über den Sachstand zur geplanten Bauschutt-Recyclinganlage gab es in der Sitzung nur wenig neue Informationen. Herta Degenhardt von der Bürgerinitiative informierte über den Ortstermin mit dem Petitionsausschuss, Behördenvertretern, dem Vertreter der Baufirma, der Bürgerinitiative, der örtlichen Politik und Bürgern. „Es war nicht möglich eine Einigung zwischen den Parteien zu finden“.

Neue Erkenntnisse gibt es seit Juli, seit bekannt wurde, dass ein Schmetterling der Art Ameisenbläuling, welcher unter Schutz steht, dort vorkommt. Auch die Wirte seiner Raupen, eine Ameisenart, wurden festgestellt beobachtet. Nach Information von Dirk Bernd vom Verein Muna (Mensch, Umwelt, Natur und Artenschutz) kann das dazu führen, dass das Artenschutzgutachten überarbeitet werden muss.

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