Lindenfels

Tierschutzinitiative Mähroboter als Gefahr für kleine Wildtiere

Igel kommen unter die Räder

Lautertal/Lindenfels.Rasenroboter werden immer günstiger und damit auch beliebter. Dieser Umstand bereitet vielen Tier-und Naturschützern große Sorge. „Immer mehr Igel werden Opfer der eingesetzten Mähroboter.

Die Anzahl der durch Mähroboter verletzten Igel hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt“, schreibt die Tierschutzinitiative Odenwald (TSI) in einer Mitteilung. Sie bittet alle Roboter-Besitzer, achtsam zu sein und die Geräte nur tagsüber und unter Aufsicht laufen zu lassen – vor allem nicht während der Anwesenheit von Kindern oder Haustieren.

„Viele Gartenbesitzer lassen ihre Roboter nachts mähen. Doch nachts sind viele Wildtiere, inklusive dem Igel, aktiv und fallen so den Mährobotern zahlreich zum Opfer“, so die Tierschutzinitiative. Vielen Roboterbesitzern sei gar nicht bewusst, dass ihre Mähhilfen schwerste Verletzungen hervorrufen könnten, wenn die Klinge – wie es bei den günstigeren Modellen der Fall ist – sehr nah am Rand sitze. Dann reagiere das Gerät zu spät und könne kleinere Hindernisse möglicherweise gar nicht erkennen.

„Meist sind es Nachbarn, die das verletzte Tier finden, das noch versucht hat, sich vom Unfallort weg in Sicherheit zu schleppen. Oft bleibt nur das sofortige Einschläfern des schwer verletzten Tieres übrig.“

Wenn Gartenbesitzer auf einen Roboter nicht verzichten möchten, dann seien die meist teureren Roboter zu empfehlen. Bei diese sitze die Klinge sehr weit mittig und sie besäßen empfindsame Sensoren in alle Richtungen. Solche Modelle wichen oft auch sehr kleinen Hindernissen aus und bemerkten zum Beispiel einen Igel, noch bevor die Klinge das Tier erreichen könne.

„Auch wenn die meisten Igel im August und September geboren werden, haben auch jetzt schon einige Tiere Nachwuchs bekommen. Die kleinen Stacheltiere werden in den nächsten Wochen auf ihre ersten Erkundungstouren gehen. So ein Igeljunges kann kleiner als ein Tennisball sein und wird so schnell Opfer der mechanischen Mähhilfe. Übrig bleiben dann meist nur noch Stacheln und Körperreste“, schreibt die TSI weiter.

„Am besten gehen Sie die Mähfläche vorher einmal komplett ab, um sicher kein verirrtes Igelkind zu übersehen. Die machen ihre ersten Ausflüge nämlich gerne auch tagsüber.“ red

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