Lindenfels

St. Petrus und Paulus Katholische Gemeinde feiert unter Auflagen wieder Gottesdienste

In die Kirche nur mit Anmeldung

Archivartikel

Lindenfels.Die Nachricht aus der Bundes- und Landespolitik in der vergangenen Woche sorgte für viel Freude bei Pfarrer Peter Johannes Xuan Hai Dang, dem hauptverantwortlichen Priester der Pfarrgruppe Fürth/Lindenfels: Nach 50 Tagen gottesdienstfreier Zeit wegen der Corona-Epidemie dürfen wieder Zusammentreffen von Glaubensgemeinschaften stattfinden.

Wie die Pfarrgruppe in einer Pressemitteilung erklärt, ist Dang sehr froh über diese Nachricht, da „das eucharistische Opfer – wie das Zweite Vatikanische Konzil feststellte – Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens ist, da Jesus Christus durch sein Fleisch, das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft, den Menschen das Leben spendet“.

Trotz aller Freude müsse der Verantwortliche für die Pfarreien in Lindenfels, Fürth, Rimbach und Krumbach die Euphorie bremsen, da die Gottesdienste nur unter strengen Auflagen abgehalten werden dürften, die einiges an Vorbereitung erforderten. Erst am kommenden Wochenende seien daher in den Kirchen der Pfarrgruppe Fürth/Lindenfels wieder Gottesdienste mit Besuchern in den Kirchenbänken möglich.

Ab dann könnten wieder Gottesdienste mit Besuchern sonntags und werktags gefeiert werden – genauso wie Requien. Gottesdienste mit vielen Gläubigen und größeren Gruppen – zum Beispiel Taufen, Firmungen, Erstkommunionfeiern und Trauungen – seien wegen der Infektionsgefahr allerdings weiterhin nicht möglich.

Für öffentliche Gottesdienste hat die Diözese Mainz ein Gesundheits- und Hygienekonzept konzipiert, das in der Anwendung folgendermaßen aussieht: Für die Teilnahme an den Gottesdiensten in der Pfarrgruppe Fürth/Lindenfels ist eine Anmeldung über das Pfarrbüro nötig, da die Zahl der Personen bei den Feiern abhängig von der Kirchengröße begrenzt werden muss.

Die Namen der angemeldeten Personen werden im Pfarrbüro unter Berücksichtigung des Datenschutzes für insgesamt zwei Wochen archiviert, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. Die Anmeldungen werden außerdem an einen Ordnungsdienst weitergegeben, der aus ehrenamtlichen Helfern der Pfarreien gebildet wird. Der Ordnungsdienst kontrolliert den Zugang zu den Kirchen.

Markierungen sorgen für Abstand

Um Gedränge an den Ein- und Ausgängen zu vermeiden, werden vor den Pfarrkirchen Zonen und Abstandsmarkierungen eingerichtet, außerdem müssen sich die Gläubigen vor dem Betreten der Kirche die Hände desinfizieren. Hierzu werden am Eingang Desinfektionsmittelspender aufgestellt.

Beim Betreten und Verlassen der Kirche sowie während des Gottesdienstes soll jeder Teilnehmer einen Mund-Nase-Schutz tragen. Dies gilt auch für die Priester und Liturgen wie Lektor oder Messdiener. Die Bestuhlung und eine Absperrung werden so gestaltet, dass in den Kirchen der vorgeschriebene Abstand gewahrt wird. Für den Gang zur Kommunion werden Abstandsmarkierungen auf dem Boden angebracht.

Leute, die Symptome eines Infekts zeigen oder zurzeit Fieber haben, wird es zur Vermeidung von Risiken nicht gestattet werden, an den Gottesdiensten teilzunehmen. Ferner empfiehlt die Pfarrgruppe in ihrer Pressemitteilung all denjenigen, die einer Risikogruppe angehören, zum eigenen Schutz weiterhin nicht an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Außerdem ist es nicht gestattet, dass die Gemeinde wie sonst üblich durch Gesang den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Diese Gestaltung kann durch eine Gruppe aus Einzelstimmen (Schola) ersetzt werden. Weiterhin gibt es weder den Friedensgruß noch Weihwasser in den dafür vorgesehenen Becken oder eine Mund- beziehungsweise Kelchkommunion. Die Kollekte wird nicht über durch die Bänke gereichte Körbe eingesammelt, sondern zentral an den Ausgängen.

„Auch wenn das Pfarrleben noch eine Weile außerhalb der gewohnten Bahnen verlaufen muss, so gibt die Ankündigung der Bundes- und der Landesregierung zur Wiederaufnahme von Gottesdiensten Anlass zu vorsichtigem Optimismus bei den Katholiken und den Verantwortlichen der Pfarrgruppe“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. Den Verantwortlichen in der Pfarrgruppe sei bewusst, dass das kirchliche Pfarrleben nicht mehr so gestaltet werden könne wie vor der Zeit ohne den Coronavirus. mw

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