Lindenfels

Burgfest Der Umzug am Sonntag bildet den Höhepunkt des Festwochenendes / Über 400 Teilnehmer werden erwartet

In Trachten geht es durch die Straßen von Lindenfels

Archivartikel

Lindenfels.Der Festzug am Sonntag, 4. August, bildet den Höhepunkt des Burg- und Trachtenfestes in Lindenfels, das am Freitag beginnt. Er startet um 14 Uhr und zieht durch die Straßen des Städtchens hoch zur Burg. In der Nibelungenstraße Richtung Bensheim wird der Festzug der Höhe des Busunternehmens Schmidt wenden. Die ursprüngliche Idee, ihn schon beim Viktoria-Pakplatz wenden zu lassen, wurde aus Sicherheitsgründen gekippt (wir haben berichtet).

„Spinnstube“ bildet den Anfang

Über 400 Teilnehmer in der prächtigen Odenwälder Tracht, darunter Familien mit ihren Kindern, von Pferde gezogene Festwagen und viel Musik geben dem Hochzeitszug ihren Glanz und lassen längst vergangene Zeiten aufleben.

Fahnenträger mit Stadt-und Hessenfahnen und die Stadtwache in ihren schmucken Uniformen führen den Festzug an. Es folgen die Motivwagen, von Lindenfelser Vereinen hergerichtet und mit Blumen geschmückt, die geschichtliche Bauernhochzeit auf dem Weg in die Ehe darstellend.

Der Festwagen „Spinnstube“ macht den Anfang, denn beim Spinnen, Singen und Tanzen lernte man sich früher oft kennen und lieben, und so mancher Bund fürs Leben wurde hier geknüpft. Unter dem „Baum im Odenwald“ schmiedeten die jungen Leute Zukunftspläne und auf dem Festwagen „Handstreich“ wird lautstark vor dem Bürgermeister von den Brautvätern die Mitgift und der Ehevertrag ausgehandelt und vom Stadtschreiber schriftlich festgehalten. Die so ausgehandelte Brautausstattung mit Himmelbett, Wiege, Wäsche und Hausrat wird auf dem „Kammerwagen“ mitgeführt. Vielfach gehörte hierzu auch eine Kuh und Ziege.

Im Mittelpunkt des Festzuges, angeführt von ein einem großen Hochzeitskranz und Blumenbögen, finden Zuschauer das fein herausgeputzte Brautpaar, in diesem Jahr Lisa und Hagen Hechler, die vor einigen Wochen den Bund der Ehe schlossen. Im Gefolge die Brauteltern, die „Gote“, „Pettern“ und die übrige Verwandtschaft, die Freundinnen der Braut mit dem „Gothekissen“ – gut gefüllt mit Kinderwäsche – und viele Hochzeitgäste.

Auch die historische Lindenfelser Postkutsche hat ihren Stellplatz im Heimatmuseum verlassen und befördert wie vor 150 Jahren Hochzeitsgäste.

Brauchtum und Handwerk

Nagelschmiede, Grubensäge und Nachtwächter – um Brauchtum und Handwerk geht es im zweiten Teil des Festzuges. Dazu gehören die von Pferden gezogenen Brauchtumswagen, wie die Nagelschmiede, die Flachsbearbeitung, der Steinhauer, die Zimmerleute mit der Grubensäge, die Apfelkelterei, die Dorfschänke und die Burgwaldjäger. Viele Gegenstände des Handwerkes stammen aus dem Lindenfelser Heimatmuseum, wo sie zu den Brauchtumstagen Anfang Oktober wieder im Einsatz sind.

Den Schluss des Festzuges zum Lindenfelser Burg- und Trachtenfest bildet die Jugendfeuerwehr mit einem alten Wasser-Spritzwagen. Bei heißem Wetter zeigen die jungen Feuerehrleute, dass die Wasserspritze des historischen Wagens noch funktioniert.

Der Festzug endet in der Burgstraße am Löwenbrunnen und die Fußgruppen ziehen nach einem Erfrischungstrunk im Rathaushof zum Volksfest auf die Burg.

Auch für die Besucher lohnt es sich, den Burgberg zu erklimmen. Auf dem Festplatz in der Burg erwartet alle Gäste dann ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik und dem traditionellen Brauttanz unter der Linde. li

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel