Lindenfels

Bauschutt-Anlage

Inakzeptable Belastungen

Archivartikel

Die Empörung und das Unverständnis in weiten Teilen der Bevölkerung Kolmbachs und Gadernheims über den geplanten Bau und Betrieb einer Bauschutt-Recyclingsanlage im Gewerbegebiet „Im Gehren“ ist groß.

Nicht nur die Art und Weise, wie man seitens der Stadt Lindenfels versucht, die Bürger vor vollendete Tatsachen zu stellen, stößt auf harte Kritik. Auch die mit der geplanten Anlage verbundenen Belastungen für Mensch, Tier und Umwelt sind unübersehbar und inakzeptabel, denkt man alleine nur an den Eingriff in die Natur, den das Vorhaben mit sich bringt, mit weitreichenden Folgen, wie der Zerstörung eines intakten Ökosystems, die Beeinträchtigung der Grundwasserentwicklung, die Verknappung von Ressourcen durch den Verbrauch riesiger Wassermengen zum Betrieb der Anlage sowie die Verschandelung des Landschaftsbilds, ganz abgesehen von der Gefahr der Schadstoffbelastung sowie der noch ungeklärten Abwasserproblematik.

Mindestens ebenso schwerwiegend ist das Gesundheitsrisiko, dem die Bürger durch den Betrieb der Anlage ausgesetzt sind, verursacht durch die enorme Staub- und Lärmentwicklung und den zusätzlichen Schwerlastverkehr, der durch das Lautertal rollt. Es sei hier ausdrücklich betont, dass es nicht um irgendwelche „Befindlichkeiten einzelner Bürger“ sondern um die ernsthafte Gesundheitsbedrohung der gesamten umliegenden Bevölkerung geht und um die Einschränkung ihrer Lebensqualität insgesamt.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der Betrieb einer solchen Bauschutt-Recyclinganlage auf die Nutzung der angrenzenden Landwirtschaftsflächen hat und welche Folgen sich daraus für die Tiere sowie die Futter- und Weideflächen ergeben.

All diese Bedenken sind nicht einfach „wegzuwischen“ mit dem Argument, es entstünden dadurch in der Region vier Arbeitsplätze, zumal diese Zahl aufgrund des beantragten Betriebsumfangs alleine schon angezweifelt werden muss.

Wo leben wir denn, wenn die Einnahmen von Gewerbesteuern Vorrang haben vor den Belangen der Bürger der Stadt Lindenfels und der Gemeinde Lautertal?

Unverständlich in diesem Zusammenhang ist übrigens auch die Tatsache, dass sich in der Vergangenheit bereits mehrere kleinere, einheimische Betriebe für den Erwerb von Grundstücken im betroffenen Gewerbegebiet beworben, jedoch entweder gar keine oder abschlägige Bescheide erhielten, obwohl von ihnen weder eine Gefährdung der Umwelt ausging, noch Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung zu befürchten waren und die der Stadt Lindenfels ebenfalls Gewerbesteuereinnahmen beschert hätten.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass der Bau und Betrieb einer Bauschutt-Recyclinganlage an dem beabsichtigten Ort einen unzumutbaren Eingriff in die Rechte und die Gesundheit der Bürger darstellt und somit nicht akzeptiert werden kann.

Die Verantwortlichen können sicher sein, dass wir, die Bürger Kolmbachs und der Nachbargemeinde Gadernheim nichts unversucht lassen, und alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpfen werden, um den Bau und Betrieb einer solchen Anlage zu verhindern.

Daher appelliere ich, angesichts der bevorstehenden Stadtverordnetenversammlung, an die Vernunft und den gesunden Menschenverstand der Verantwortlichen, Ihre Entscheidung vom 21. Juni 2018 zum Verkauf des Grundstücks zu korrigieren und dem Vorhaben eine Absage zu erteilen, ehe im Vorfeld erhebliche Summen an Steuergeldern investiert werden, die man – im Falle des Scheiterns des Vorhabens - sicher für eine gesunde Stadtentwicklung in Lindenfels gut hätte brauchen können.

Sonja Hohmann-Rausch

Gadernheim

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