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Manon Hopf

Archivartikel

erhält das Land-in-Sicht-Stipendium 2020 in Reichelsheim

Seit 2017 setzt der Hessische Literaturrat mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst das Projekt „Land in Sicht: Autorenresidenzen im ländlichen Raum“ um. Die Stipendien gingen bisher an Nachwuchstalente und Romandebütanten wie Jenifer Becker und Jan Wilm, aber auch an etabliertere Autoren, darunter Claudia Brendler, Safiye Can und Dirk Hülstrunk.

In diesem Jahr sind Stipendien in Reichelsheim, Friedewald und Volkmarsen geplant. Die Gemeinde Reichelsheim im Odenwaldkreis hat sich für die Autorin und Lyrikerin Manon Hopf entschieden: Die Stipendiatin, die derzeit Literarisches Übersetzen in München studiert, wird ab Oktober zwei Monate in der Gemeinde leben und arbeiten.

Hopf studierte Literatur in Mainz und absolvierte ihren Master in Frankfurt am Main. Für ihr Schreiben wurde sie mit vielen Preisen, Nominierungen und Einladungen zu Schreibwerkstätten ausgezeichnet. Unter anderem war sie im vorigen Jahr Finalistin bei Open Mike und beim Mainzer Literaturförderpreis. 2018 erhielt sie ein Literaturstipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung im Herrenhaus in Edenkoben. Ihre Texte sind in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften erschienen.

An Reichelsheim fasziniert Hopf die Vermittlung von Märchen und Sagen, insbesondere im Zusammenhang mit der jüdischen Geschichte und der Aufarbeitung der Shoa. Während ihres Aufenthaltes möchte sich die Autorin zusammen mit Schulklassen kritisch mit Märchen auseinandersetzen.

Die Bedeutung der Geste

Sie plant außerdem, an dem Romangedicht „Hand. Halten“ und der Gedichtsammlung „Hand. Arbeit“ zu arbeiten. „Ich interessiere mich für die Bedeutung der Hand, für das, was mit der Hand gemacht und damit ausgedrückt wird, für die Bedeutung der Haptik, der Geste, für das, was im Sprechen oft übergangen, durch die Hand aber sichtbar gemacht wird“, so die Stipendiatin.

Jochen Rietdorf, Leiter für Kultur und Tourismus in Reichelsheim, ist gespannt auf das Stipendium: „Ich hoffe, dass Manon Hopf während ihres Aufenthaltes gute Kontakte zu Bürgern, Gruppen und Einrichtungen bekommt, die an der Geschichte und Entwicklung der Gemeinde interessiert sind“. Für Reichelsheim sei das Stipendium ein „weiterer kultureller Höhepunkt“. red/Bild: Mirkolux.de

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