Lindenfels

Kerb in Schlierbach Kerweparrer Robin Hördt und Mundschenk Justin Hördt präsentierten Skurriles aus dem Dorfgeschehen

Mehr Wasserrohrbrüche als Busverbindungen

Archivartikel

Schlierbach.In Schlierbach ist Kerwezeit und deshalb gab es gestern ein großes Programm. Nach dem Festzug trafen sich die zahlreichen Kerwegäste in der Ortsmitte, um zu hören, was Kerweparrer Robin Hördt und Mundschenk Justin Hördt aus dem Dorfleben zu berichten hatten.

„Fer die Kerbredd un uns isses es eh grouses Gligg, dass es aisch als werre in die Ferne ziegt“, begann die erste Geschichte. Bei den Ausflügen der Schlierbacher passiere regelmäßig so viel, das sich damit die Kerweredd im Nu füllen lasse. „Do dragdierd ehr doann in oanere Duur, es beschde Kerbredd-Madrial pur.“

Nach „Sieditalien“ reiste ein Schlierbacher Paar und nahmen dazu das Flugzeug vom Flughafen Hahn aus. Als dann der Urlaub zu Ende war, „fraad me sisch doann ah werre uff soin Ourewoald“. Also wird gepackt und zum Flughafen gefahren. „Wie se sou laafe oans Terminal oanne, gugge se, dass se häwwe alles banoanne.“ Was fehlt, ist allerdings der Autoschlüssel, denn der liegt noch auf dem Nachttisch im Hotel.

Nun war guter Rat teuer, denn die Zeit reichte nicht, um zurückzufahren. Einen Ersatzschlüssel hatte man auch nicht dabei. Die Lösung des Problems lag zu Hause: „Fa woas hodd me’n Unggl, der in de Nochbeschaft dudd wohne, dass der nix mäij schafft, dudd sisch jetz ah wäiklisch lohne.“ Die Verwandtschaft wird zu einem Ausflug in die Eifel zum Flughafen Hahn dirigiert, um den Ersatzschlüssel zu bringen. „Er dudd sisch fer se als Schlisslkurier vedinge un sou de Doag uff de Audoboahn vebringe.“

Im Odenwald und besonders in Schlierbach liegt einiges im Argen, wie Kerweparrer und Mundschenk berichteten. „In Linnefels is des groad sou, wie runderim hoald oanneschdwou.“ Wasserrohrbrüche gebe es öfter, als der Bus in Schlierbach halte. Die Straßenbeläge rissen auf, und „bai uns in de Boin wolle se Houchhäijse baue“.

Aber auch das Ärztesterben bereitet Sorge. Eines Tages hatte ein Schlierbacher Paar einen Termin bei einem Lindenfelser Arzt – und traf dort auf ein Kamerateam, das mit dem Arzt sprechen und filmen wollte. Der Tag der Ausstrahlung wurde auch mitgeteilt, denn auch im Wartezimmer wurde gefilmt.

Fernsehtermin beim Arzt

So wähnte sich das Paar nun im Fernsehen. Zum Zeitpunkt der Ausstrahlung wurde das Wohnzimmer kinoreif gestaltet, und just als der Film startete, läutete das Telefon. „,Dunnekiiel‘, rifft se aus goanz grelle, ,jetz fengd ah noch es Telefon ou schelle‘.“ Anstatt das Läuten zu ignorieren, läuft die Frau sie zum Telefon, weil es ja wichtig sein könnte.

„Oam oannen Enn is nix se häijen, blous Gegruschbl dudd die Schdille schdäijen.“ Niemand antwortet – und als sie zurückkommt, ist der Fernsehbeitrag schon zu Ende. Der begann übrigens mit einem Telefonläuten, das sich wie das im Haus des Paares anhört. „Bai uns koannschde loang woarde, dass do oans babbld, woann im Fernseh beim Wedzisch es Telefon rabbeld.“

Eine andere Geschichte aus der Medizin betraf einen Allergiker. Die Geschichte zeigte, wie es gehen kann, wenn man nicht richtig hinschaut. „Die Aache brenne un jugge un häijen net uff.“ So geht der Heuschnupfengeplagte in die Apotheke und bekommt dort Augentropfen. Die werden zu Hause erst einmal in den Schrank gestellt. Als es seinen Augen dann richtig schlecht geht, er vor lauter Tränen nichts mehr sieht, geht er zum Arzneischrank und holt sich die Arznei heraus.

„Veel hilft veel, säigt e sisch in soim Schmerz, un drobbelt noi woas gäit, es is koan Scherz“. Doch jetzt wird es erst richtig schlimm: Die Augen brennen wie Feuer. „Er will en hadde Kerl soi, äwwe däs is jetz doch e bissl oig, dass däs als schlimme werd, macht em schun Soig“, berichteten Robin Hördt und Justin Hördt. Wasser aus dem Hahn hilft für einen Moment, und als der Betroffen wieder etwas sehen kann, bemerkt er, dass er hat die Ohrentropfen von der vorigen Mittelohrentzündung benutzt hat.

Mit noch weiteren Geschichten in bestem Odenwälder Dialekt unterhielten Kerweparrer Robin Hördt und Mundschenk Justin Hördt die vielen Gäste. Die hatten sichtlich ihren Spaß dabei und zollten viel Applaus. jhs

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