Lindenfels

Winterkasten In der Einrichtung am Röttweg können mittlerweile wieder alle angemeldeten Kinder betreut werden

Mit Spaß im Freien gegen die Pandemie

Archivartikel

Winterkasten.Zwar unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, aber fast schon wieder in einem Regelbetrieb mit gewissen Einschränkungen arbeitet die Evangelische Kindertagesstätte Morgenstern in Winterkasten. Der Leiterin der Einrichtung, Marie-Christine Helferich, ist es zusammen mit ihrem ganzen Team und in Zusammenarbeit mit dem Gemeindepfarrer Sebastian Hesselmann schon zum Ende des Notbetriebs Anfang Juni gelungen, allen Kindern, deren Eltern das wünschten, den Besuch des Kindergartens zu ermöglichen.

Dazu wurde in der Elternschaft eine Bedarfsermittlung durchgeführt. Die Eltern erklärten sich mit einer etwas verkürzten Öffnungszeit einverstanden, dafür aber bereits wieder an fünf Tagen und eben für alle Kinder. Die Freude darüber war bei den Kindern, die endlich ihre Freundinnen und Freunde wiedersehen konnten, und Eltern gleichermaßen groß.

Verzicht auf Vorbereitungszeit

Die Erzieherinnen verzichten seitdem auf die ihnen vertraglich zustehende Vorbereitungszeit, um sich ganz dem Kinderdienst widmen zu können. Klare Hygieneschutzmaßnahmen bildeten den äußeren Rahmen, um mit außerordentlicher und kurzfristiger Zustimmung des Jugendamtes nun mit fünf (statt vier) Gruppen wieder an den Start gehen zu können. Um die Kinder gruppenweise möglichst voneinander zu trennen und Risiken zu minimieren, wurden zwei wiederum voneinander unabhängige Waldgruppen installiert.

Vier Mitarbeiterinnen erklärten sich bereit, an jedem Kindergartentag mit den ihnen anvertrauten Kleinen im Wald den Tag zu gestalten. Spiel und kindgerechte Forschung stehen dabei im Vordergrund: Ameisenhaufen werden erkundet, Rinde abgepaust, es wird draußen musiziert. Auch wurden Schnecken gesammelt und mit ihnen ein Terrarium eingerichtet. Von der Sparkassenstiftung Starkenburg bekam der Kindergarten einen Bienenkoffer geschenkt, auch dieses Projekt wird noch vor den Sommerferien thematisiert.

Bei Regen sind die beiden Gruppen in festen Räumen untergebracht: im Turnraum der Einrichtung und in der Winterkirche der Waldhufenkirche am Röttweg. Für die Kinder, die auf dem Gelände blieben, wurden feste Gruppen mit bestimmten Erzieherinnen in einem festen Raum geschaffen. Das Außengelände wurde in drei Bereiche unterteilt. Dabei orientierte sich das Team an den gewünschten Betreuungszeiten der Eltern. Einige Kinder mussten dadurch den Gruppenraum und die Bezugserzieherin wechseln. Gerade für die Krippenkinder war das eine Herausforderung, die aber von allen großartig gemeistert wurde. Es entstand ein Pferdeprojekt mit Besuch auf dem Pferdehof in Winterkasten und gruppenübergreifend gab es eine Wasserschlacht, natürlich unter Beachtung der Abtrennungen.

So bringt die Corona-Pandemie doch auch einen positiven Aspekt mit sich, für den sich die Erzieherinnen schon lange einsetzen: Die reduzierte Gruppengröße bietet die Möglichkeit, sich auf die einzelnen Kinder und ihre Themen noch einmal stärker einzulassen. Es gibt im Kindergarten „Morgenstern“ noch einmal mehr individuelle Angebote und Sternstunden für jeweils ein Kind. Trotz allem hoffen Leitung, Team und Gemeindepfarrer, dass es nach den Sommerferien wieder „ganz normal“ weitergeht. red

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