Lindenfels

Kolmbacher Kerb Sophie Götz und Sophia Bechtel hatten als Kerweparrer lustige Geschichten aus dem Ort zu erzählen

Nach sieben Jahren wieder mit der Lederjacke vereint

Kolmbach.Seit 40 Jahren wird in Kolmbach regelmäßig zur Kerb eine Rede gehalten. Die Kerweredd ist ein fester Bestandteil im Programm des Jahresfestes. In diesem Jahr hatten sich Sophie Götz und Sophia Bechtel bereiterklärt, in Frack und Zylinder als Kerweparrer die Rede in bester Odenwälder Mundart zu halten. Die Inhalte der der Geschichten stammen aus dem Leben der Kolmbacher, dargebracht in Reimform. Auch wurden ein paar besonders gelungene Erzählungen aus der Vergangenheit vorgeführt.

Mit „Servus er Leid, mer begrieße eich heit, zu de 40. Kolmesche Kerwezeit“ starteten die beiden Symbolfiguren in ihre Rede vor einer großen Zuschauermenge, die sich vor dem Dorfgemeinschaftshaus versammelt hatte. „Ah wenn Kolmoch is ned sou grouss, is do bei uns imme ebbes lous“, kündigten sie an und ließen den Kerwemarsch spielen.

Eine der ersten Geschichten handelt von einer Lederjacke (Lärejack), die seit sieben Jahren in einer Kolmbacher Gaststätte hängt. Dort kommen freitags die Kolmbacher zusammen und die Wirtin erzählt von dieser Jacke, die sie nun in den Altkleidersack stecken will. Einer der Gäste bittet sie darum die Jacke doch mal zu holen. „E schwazi Jack net sou grouss, wenn käjed die doann blous“, überlegten nun alle. „Vier Dasche sin do drou owe zwaa, un une ah“, ergibt die Untersuchung. Auch das in den unteren Taschen nichts drin ist, was auf den Besitzer hindeuten könnte. Aber in den oberen Taschen innendrin fand sich ein Kontoauszug von vor sieben Jahren und nun war der Besitzer zu ermittelt. „In 2 Minute is kloar, wem däss Lärejäcksche woahr“, so das glückliche Ende der Geschichte.

Engagierter Neuzugang

Wenn es um ihre Kerb geht, zeigten die Kolmbacher schon von Beginn an großes Engagement. So nun auch ein junges Mitglied im Orga-Team. Unter der Überschrift „Is heit moijend koa Kerwsitzung?“ beginnt einen weitere Geschichte. „Bei de erschde Kerwesitzung sou muss des soi, läd me alle Junge oi“, wissen Sophie Götz und Sophia Bechtel. Eingeladen wurde für die Sitzung um acht Uhr. Doch „acht Uhr und acht Uhr“, so Mancher kennt die umgangssprachlichen Ausdrucksformen. „Bei de Sophie dud moijens schun es Telefon belle, noh wer dud doan sou frieh schun schelle“, überlegt Sophia Bechtel. „Um Acht Uhr treffen wir uns, richtig?“, so die Frage am anderen Ende der Leitung, „mmmm… ja….“ – „da frag ich mich, wo bleibt ihr bloss.“ Die engagierte junge Dame war extra früh aufgestanden um pünktlich um acht zur Sitzung zu kommen. Gemeint war allerdings acht Uhr abends.

Pech hatten Mitglieder der Kerwejugend von Kolmbach, als sie beim Kerweumzug im Nachbarort Gadernheim teilnehmen wollten. Ein eigener Wagen wird dafür gebaut. „Haisje druff un Bordwen drou. Un woan des Wäggel rolle soll, wärn Reife ah noch doll.“ In der Bauphase klappt auch alles reibungslos. „Un Oafoang Oktowe woars doan souweit, de Kerwewache is bereit“, wissen die Symbolfiguren der Kerb. Bis nach Gadernheim ist der Wagen gekommen. „Oam Eischhorn gaid de Umzug lous. Un beim Oufaohrn kimmt de schreck, äwwe macht en Reife weg.“ Nach einem Bruch in der Achse konnte der Wagen nicht am Umzug teilnehmen und die Enttäuschung stand den Kolmbachern ins Gesicht geschrieben. jhs

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