Lindenfels

Vereine Die Lindenfelser Bienenzüchter und der Schlierbacher Obst- und Gartenbauverein planen Aktionen am neuen Lehrpfad

Neue Bäume als Zuflucht für Insekten

Lindenfels.Die Bienenzüchter Lindenfels und Umgebung haben einiges vor in den kommenden Wochen und Monaten. Im Bereich des vergangenes Jahr eingerichteten Insektenlehrpfads wollen sie insektenfreundliche Pflanzungen vorzunehmen.

Durch die zuständige Forstverwaltung erfolgte schon 2019 im jetzigen Bereich der Wildbienenstation die Aufforstung mit Lindensetzlingen. In diesem Frühjahr ergänzen die Imker in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein Schlierbach an geeigneten freien Standorten entlang der Stationen des Lehrpfads die Vegetation durch weitere insektenfreundliche standorttypische Bäume und Gehölze wie etwa Speierling, Wildbirne, Esskastanie, Mehlbeere, Elsbeere, Mispel, Kornelkirsche, Felsenbirne.

Auch die Einrichtung einer Insektentränke ist geplant. Sobald ab März das Wetter die Pflanzungen zulässt, werden die Lindenfelser Bienenzüchter aktiv, um die schon bestellten Gehölze zu setzen. Verbissschutz und Pfahlstabilisierung ist vorgesehen.

Gelegenheit zum Umbau

Klimawandel, Sturmschäden und jahrelanger Borkenkäferbefall böten die Gelegenheit, die Wälder bereichsweise umzugestalten, schreiben die Lindenfelser Bienenzüchter: „Dunkle Wälder in Monokultur als reine Nadel- oder Laubwälder haben es bei den sich immer schneller ändernden klimatischen Bedingungen schwer zu überleben. Sogar Mischwaldbestände sind durch Trockenstress mit Pilzbefall gefährdet.“

Zum Teil erfolge die Anpassung der Vegetation auf natürlichem Weg durch Selektion und die Verbreitung widerstandsfähiger oder unempfindlichere Arten wie etwa Esskastanien, Robinien (Akazien), Linden Auf der anderen Seite sei alleine die Hälfte der 550 Wildbienenarten in Deutschland vom Aussterben bedroht, weil ihre natürlichen Lebensräume auch durch intensive Landwirtschaft zerstört werden. „Dem kann zumindest teilweise durch geplante Eingriffe in die Waldgestaltung entgegengewirkt werden“, schreiben die Bienenzüchter.

Natürliche Waldränder nötig

„Die Möglichkeit, auf den Flächen, die durch Trockenheit, Pilzbefall und Borkenkäferfraß frei werden, gezielt die Artenvielfalt zu beeinflussen, haben schon einige Landesforstbehörden und private Organisationen erkannt“, fahren sie fort. An Stelle der Pflanzung von typischen Wirtschaftsbaumarten erfolge dort teilweise die Aufforstung durch artenreiche blühfreudige Bäume und Gehölze, um sogenannte blühende Trittsteine für eine bessere Nahrungsgrundlage von Bienen und anderen Insekten zu schaffen. Darunter versteht man die Aufforstung mit Werthölzern wie etwa Linde, Ulme, Elsbeere, Mehlbeere, Kastanie etc. in Mischung mit anderen trockenheitsresistenten Arten.

Ein weiteres Ziel müsse die Förderung von natürlichen Waldrändern und Waldinnenrändern, also Weg- und Forststraßenränder in Form von gestuften strukturreichen Übergängen sein. Diese verhindern durch den entstehenden Windschutz ebenfalls die Austrocknung.

Eines der ersten Projekte die diese Ziele verfolgte war das Netzwerk Bienenwaldschwärmer. (www.lgks.eu) Sie schufen 2018 am Rande der Sächsischen Schweiz bei Liebstadt Sachsens ersten „Bienenwald“. Aber auch die Bayrischen Staatsforsten fördern mit dem Konzept „der Wald blüht auf“ die bienenfreundliche Umgestaltung der Wälder (www.baysf.de/de/multimedia-story/der-wald-blueht-auf.html).

Engagierte Lindenfelser Bürger hätten schon ihre Hilfe angekündigt, teilen die Bienenzüchter mit. Weitere Interessenten können sich unter bimo54@t-online.de melden. Der genaue Pflanztermin wird kurz vorher bekannt gegeben.

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