Lindenfels

Besiedlung Bauausschuss stimmt Bebauungsplan für das Gebiet „Die Bain“ zu / Dort sollen Einfamilien- und Doppelhäuser gebaut werden

Neuer Wohnraum für Schlierbach

Archivartikel

Lindenfels.Am Ortsrand von Schlierbach könnten bald neue Wohnhäuser entstehen. Ein Investor will oberhalb des Wendehammers am Ende der Straße In der Bain Grundstücke aufkaufen und erschließen, etwa 20 bis 25 Bauplätze sollen gewonnen werden. Der Lindenfelser Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Enthaltungen für den Satzungsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans „Die Bain“ ausgesprochen. Die Stadtverordnetenversammlung wird das Thema in ihrer heutigen Sitzung aufrufen. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

Dass das Thema eine gewisse Strahlkraft besitzt, zeigte sich an der für Ausschusssitzungen relativ hohe Zahl an Besuchern. Im Ratssaal des Rathauses erläuterten Andreas Keil vom Bauamt sowie Dirk Helfrich vom beauftragten Lorscher Planungsbüro das Projekt. „Es zeigt, das Lindenfels wieder gesucht wird“, befand Keil mit Blick auf die im Vergleich zum Umland günstigen Grundstückspreise und die relativ gute Breitbandversorgung in der Burgstadt und ihren Ortsteilen. Wie Helfrich erläuterte, kommen auf die Stadt nur Verwaltungskosten zu, um Telefon, Strom, Wasser und Internet kümmert sich ebenfalls der Investor.

Beschleunigtes Verfahren

Entstehen sollen Plätze für Einfamilien- und Doppelhäuser. Für Reihenhäuser sehe er in Schlierbach kein Potenzial, bekannte Helfrich. Zudem seien kleinere Häuser von etwa 450 Quadratmetern Größe eher im Trend, als Anwesen mit der doppelten Ausdehnung.

Dem Projekt könnte ein Passus im Baugesetzbuch zugutekommen, nach dem Bebauungspläne für Außenbereich, die sich direkt an die Ortsränder anschließen, in einem beschleunigten Verfahren aufgestellt werden dürfen.

Dies bringt auch für die Stadt Erleichterungen. Zwar muss der Artenschutz gewährleistet sein. Ein Umweltbericht muss aber nicht angefertigt werden. Auch die Beteiligung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange wird vereinfacht. Ob Ausgleichsflächen für die Landwirtschaft geschaffen werden müssen, wird das Regierungspräsidium entscheiden.

Wie Helfrich erläuterte, ist das fragliche Gebiet für den Artenschutz weniger bedeutend. Brutbäume befänden sich dort nicht, ansonsten gibt es dort eine Pferdeweide und eine Tannenbaumzucht.

Flexibilität bei der Architektur

Wie genau das neue Wohngebiet einmal aussehen wird, lässt sich noch nicht sagen. „Fix ist nur der Verlauf der Straßen“, sagte Helfrich. Die Bain soll demnach verlängert und mit der Schwimmbadstraße verbunden werden. Noch völlig unklar ist, wie die Grundstücke aufgeteilt werden.

Die Häuser, die dort einmal stehen sollen, werden sich nach jetzigem Stand nicht im Einheitslook präsentieren. „Glänzende Dacheindeckungen sind nicht erlaubt“, sagte Helfrich. Ansonsten werde aber darauf geachtet, den Bebauungsplan flexibel zu gestalten und den Bauherren möglichst viel Individualität zu ermöglichen. Eine Ansammlung roter Dächern wird also aus der Luft nicht zu erkennen sein, mehr ein bunter Flickenteppich.

Insgesamt erfuhr der Bebaungsplan viel Zustimmung bei den Stadtverordneten. Es sei wesentlich, dass die Stadt Bauland anbietet, sonst gebe es keine Entwicklung, betonte Bürgermeister Michael Helbig. Kritik kam von Martin Krey (Grüne) daran, dass wegen des Schwerpunkts auf Einfamilienhäuser bei hohem Aufwand Wohnraum für vergleichsweise wenige Menschen entsteht. Zudem sehe er mehr eine Erweiterung, als eine Abrundung des Ortsteils. Zustimmendes Raunen unter den Zuhörern erntete außerdem der Einwurf Peter Meisters (SPD), die Baufahrzeuge sollten das Gebiet über die Schwimmbadstraße und nicht über die Bain anfahren.

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